Ergebnis der Stichwahlen: Machtwechsel in Ostthüringen

Gera  In Jena übernimmt Thomas Nitzsche von Albrecht Schröter. Julian Vonarb löst Viola Hahn in Gera ab. Im Altenburger Land gewinnt Uwe Melzer deutlich vor der bisherigen Landrätin Michaele Sojka.

Oberbürgermeisterwahl in Jena: Thomas Nitzsche (FDP) gewinnt die Stichwahl.

Oberbürgermeisterwahl in Jena: Thomas Nitzsche (FDP) gewinnt die Stichwahl.

Foto: Thorsten Büker

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In der Stichwahl haben die Amtsinhaber in Ostthüringen deutliche Niederlagen erlitten und müssen ihre Posten zur Jahresmitte abgeben.

In Gera war Amtsinhaberin Viola Hahn bereits vor zwei Wochen im ersten Wahlgang gescheitert: Der parteilose Julian Vonarb sicherte sich mit 69,8 Prozent den Sieg und verhinderte damit den ersten ­AfD-Oberbürgermeister in Deutschland. Deren Kandidat Dieter Laudenbach habe „gegen die vereinten Kräfte des Altparteienblocks – von Linken über Grüne und SPD bis hin zur CDU – ankämpfen“ müssen, sagte AfD-Landessprecher Stefan Möller. Schon das Ergebnis im ersten Wahlgang sei ein Zeichen dafür, dass Gera frischen Wind nicht nur brauche, sondern auch wolle. Er kündigte an, dass die AfD zur Stadtratswahl im kommenden Jahr antreten werde.

Vonarb, ein früherer Banker und heutiger Unternehmens­berater, war vor seiner Kandidatur extra aus der CDU ausgetreten, die zunächst seine Vorgängerin Viola Hahn unterstützte. Schon im ersten Wahlgang holte er die meisten Stimmen.

In Jena gewann der FDP-Politiker Thomas Nitzsche mit 63,3 Prozent klar gegen Al­brecht Schröter (SPD), der zwölf Jahre lang Oberbürgermeister der Saalestadt war. Der Jubel bei der Party der Liberalen kannte keine Grenzen. Der frühere Jenaer Oberbürgermeister Peter Röhlinger (FDP) stimmte das Lied „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ an. „Das deutliche Ergebnis ist keine Sensation, sondern das Ergebnis harter Arbeit“, sagte der FDP-Landesvorsitzende Thomas L. Kemmerich.

Im Altenburger Land verlor die Linke-Landrätin Michaele Sojka klar gegen CDU-Mann Uwe Melzer. Er vereinte 68,8 Prozent der Wähler­stimmen auf sich.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) dankte den bisherigen Amtsinhabern. „Zur Demokratie gehören die freie Wahl und der mögliche Wechsel“, schrieb er in einer Twitter-Botschaft und wünschte sich eine gute Zusammenarbeit mit den neu gewählten Politikern.

Bei den Bürgermeisterwahlen in Saalfeld kam Steffen Kania (CDU) mit einem knappen Vorsprung ins Ziel. Steffen Lutz von der SPD vereinte 48 Prozent der Stimmen auf sich.

In Zeulenroda hatte der parteilose Bewerber Nils Hammerschmidt die Nase vorn. Er gewann deutlich gegen den CDU-Landtagsabgeordneten Volker Emde.

In Schleiz übernimmt CDU-Mann Marko Bias das Amt von Juergen K. Klimpke (SPD).

In Eisenberg entschied Michael Kieslich (CDU) die Stichwahl für sich. Der wegen Untreue im Amt verurteilte und deswegen suspendierte bisherige SPD-Bürgermeister Ingo Lippert bekam 1360 Stimmen.

Kommentar

Stichwahlen in Thüringen: Wechsel in vielen Kommunen – AfD verpasst Oberbürgermeisteramt

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