Fast 2000 Einwohner weniger: Zensus im Saale-Holzland sieht mehr Verlierer als Gewinner

Im Saale-Holzland leben weniger Menschen als angenommen. Größter Verlierer ist der Landkreis insgesamt.

Blumige Aussichten: Die Tälerdorf-Gemeinde Tröbnitz hat nach dem Zensus mehr Einwohner als bislang angenommen. Foto: Andreas Schott

Blumige Aussichten: Die Tälerdorf-Gemeinde Tröbnitz hat nach dem Zensus mehr Einwohner als bislang angenommen. Foto: Andreas Schott

Foto: zgt

Stadtroda. Der Zensus 2011 hat für viele Gemeinden im Saale-Holzland-Kreis vor allem eines gebracht: weniger Einwohner.

Zweifel an der Erhebung dürften wenig nutzen. Ermöglichen doch die Zensusergebnisse aus dem Jahr 2011 erstmals sehr kleinräumige Auswertungen.

Nach den Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik gibt es bei der tatsächlichen Einwohnerzahl mehr Verlierer als Gewinner. Größter Verlierer ist der Landkreis insgesamt. Statt der angenommen 86 303 Einwohner lebten Ende 2011 tatsächlich nur 84 677 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche in den Gemeinden. Was einem Minus von 1,9 Prozent gegenüber der ursprünglichen Statistik entspricht. Da die Statistik auf Basis des erst in diesem Jahr veröffentlichten Zensus fortgeschrieben wird, bedeutet die geringere Einwohnerzahl für den Landkreis auch, dass weniger Geld in die Kasse kommt. Entrichten die Gemeinden doch beispielsweise die Kreisumlage nach der Anzahl der Einwohner, die in ihrem Ort leben.

Doch zahlreiche Kommunen haben keinen Grund, in Jubel auszubrechen. Insbesondere die größeren Städte verzeichnen deutlich weniger Einwohner als ursprünglich angenommen. Eisenberg als Kreisstadt büßte laut Zensus 450 Einwohner ein. Demnach lebten nur 10"653 Einwohner zum Stichtag 31. Dezember 2011 in der Stadt. Kahla kommt auf 7121 Bürgerinnen und Bürger (minus 216), Hermsdorf gar auf nur noch 7999 Einwohner (minus 273). Vom Schwund nicht verschont wurde auch Stadtroda. 80 Einwohner weniger leben laut Zensus in der Rodastadt, die damit unter die 6000-er Marke auf 5961 Bürger absackte. Schkölen hingegen kann sich freuen: Zehn Einwohner mehr bescheinigte ihr der Zensus (2659 Bürger). Im nahe gelegenen Dornburg-Camburg hätte man eine solche Entwicklung auch gern gehabt. Hier allerdings sackte die Einwohnerzahl ebenfalls um 92 auf nunmehr 5553 Seelen ab.

Möglicherweise vom Einwohnerschwund in Hermsdorf profitierte Bad Klosterlausnitz: Laut Zensus waren hier Ende 2011 insgesamt 3558 Einwohner registriert, das waren 63 mehr als die ursprüngliche Statistik auswies. Über gestiegene Einwohnerzahlen können sich auch kleinere Ortschaften freuen: Dazu zählen Karlsdorf, Meusebach, Freienorla, Gumperda, Hainichen ebenso wie beispielsweise Bobeck, Großlöbichau, Rauda oder Hummelshain. Zwischen 1 und 26 Einwohnern lagen hier die Zuwächse. Am kräftigsten nach oben korrigiert werden mussten die Zahlen in Albersdorf (plus 18), Bibra (plus 12), Gumperda (plus 28), Karlsdorf (plus 13), Scheiditz (plus 12), Tröbnitz (plus 21) und Waltersdorf (plus 19 Einwohner).

Unverändert in der Statistik blieben Bollberg, Gneus, Lehesten, Mertendorf, Rattelsdorf, Reichenbach oder Tautendorf.

Arg gebeutelt sind hingegen Hartmannsdorf (minus 35 Einwohner), Heideland (minus 34), Hainspitz (minus 52), Milda (minus 21) oder beispielsweise Sankt Gangloff (minus 44).

In Thüringen waren nach Angaben des Landesamtes insgesamt 23 Erhebungsstellen mit ca. 2500 Erhebungsbeauftragten unterwegs, um die Daten für den Zensus einzuholen.

200 000 Personen wurden im Rahmen einer sogenannten Haushalteerhebung befragt. Im Rahmen der zeitgleich stattgefundenen Gebäude- und Wohnungszählung waren 532 000 Eigentümer und Verwalter von Gebäuden um Auskunft gebeten worden.

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