Festakt zur Gründung: Gera hat eine Hochschule

Gera  Die Berufsakademie Gera und Eisenach mit 1260 Studenten ist zur Dualen Hochschule aufgewertet. Die Gründung begingen gestern Akteure, Förderer und Wegbegleiter in Gera mit einem würdigen Festakt.

Beim Festakt zur Errichtung der Dualen Hochschule Gera-Eisenach im Theater Gera: Die bisherige Geschichte der Einrichtung zeigte Iryna Bilenka in schnell vergänglichen Sandbildern. Foto: Peter Michaelis

Beim Festakt zur Errichtung der Dualen Hochschule Gera-Eisenach im Theater Gera: Die bisherige Geschichte der Einrichtung zeigte Iryna Bilenka in schnell vergänglichen Sandbildern. Foto: Peter Michaelis

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Die Wirkung war gewollt und erhofft: Seit klar war, dass die Berufsakademie (BA) Gera und Eisenach zu einer Dualen Hochschule aufgewertet wird, ging die Zahl der Studienanfänger um fast 18 Prozent in die Höhe. Auf aktuell 512.

Mit einer Festveranstaltung im Konzertsaal des Geraer Theaters wurde gestern noch einmal gewürdigt, was juristisch schon seit September Wirklichkeit ist. Die Duale Hochschule Gera und Eisenach (DHGE) steht jetzt auf Augenhöhe mit den neun anderen Thüringer Hochschuleinrichtungen. „Wir haben lange darauf hingearbeitet“, sagte Präsident Burkhard Utecht und bedankte sich bei den über 100 geladenen Weg­begleitern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.

Absolventen bleiben meist in Mitteldeutschland

Mit der Umwandlung zur DHGE würden die Vorteile der bisherigen Studienakademie, nämlich konsequente Praxisorientierung und Regionalität, vollständig erhalten, hob Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in seiner Festrede hervor. Dass es bereits 1600 Partnerunternehmen gebe, die ihren Studenten während der dreijährigen Bachelor-Ausbildung eine Studienvergütung zahlen, bezeichnete der Minister als phänomenal. Ziel der zehnten Thüringer Hochschule sollte es sein, dass mittelfristig 1500 Studenten an beiden Standorten ihre Abschlüsse anstreben. Momentan gibt Utecht die Zahl der eingeschriebenen Studenten mit gut 1260 an.

Sogenannter Praxispartner ist auch die Carl Zeiss Jena GmbH. Eine fundierte Ausbildung, die Theorie und Praxis miteinander kombiniert, sei für das Traditionsunternehmen nach wie vor von Bedeutung, versicherte Helmut Aeugele, Vorsitzender der Geschäftsführung in Jena. Die Zeiss GmbH habe schon über 100 Absolventen von der bisherigen BA erhalten und werde auch weiter Partner bleiben.

Die DHGE bietet Studiengänge in Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Betriebswirtschaft und Sozialpädagogik an. Über 80 Prozent Studien­erfolgsquote gilt als hoher Wert. „Hier kennt jeder Professor die Namen seiner Studenten und auch deren Leistungsstand“, nannte Elektrotechnik-Studentin Nadine Fischer einen der Gründe dafür. Das Studium im Wechsel mit Praxiswochen im Partnerbetrieb, wenn andere Semesterferien haben, sei schon recht hart, erzählte sie. Nicht zufällig hätten ihre Kommilitonen das Kürzel BA mit „bis abends“ übersetzt. Nun also DH. Was das heißt? Ganz einfach: „Durchhalten“.

Etwa 90 Prozent der bisherigen BA-Absolventen fanden sofort eine Anstellung. Zwei Drittel von ihnen in der Region, wobei der Begriff in diesem Fall ganz Mitteldeutschland meint. Der Status Hochschulstandort werde das Oberzentrum Gera weiter stärken, ist sich Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos) sicher. Ihre Amtskollegin Katja Wolf (Linke) sagte, das Bildungsangebot der DHGE präge auch ihre Stadt Eisenach maßgeblich.

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