Frauke Petry rechtfertigt sich in Neustadt

Neustadt  Auftakt des Bürgerforums der Blauen Partei bewirbt eigene Bewegung. Gründerin nimmt Stellung zu AfD-Austritt vor einem Jahr.

Frauke Petry und Jens Krautwurst vorgestern in ­Neustadt an der Orla.

Frauke Petry und Jens Krautwurst vorgestern in ­Neustadt an der Orla.

Foto: Martin Lücke

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Zur Auftaktveranstaltung des Bürgerforums Blaue Wende in Thüringen erschienen am Donnerstagabend im Augustinersaal von Neustadt an der Orla etwas über 60 Zuhörer. Daneben waren auch einige Vertreter der Medien anwesend, darunter Kamerateams von RTL und MDR. Denn zu der offenen Bürger-Diskussionsveranstaltung hatte für die Kleinpartei mit dem Namen Blaue Partei die Initiatorin Frauke Petry geladen.

Zur Begrüßung nannte Jens Krautwurst, früheres Mitglied des CDU-Landesvorstands und neuer Thüringenverantwortlicher bei den Blauen, die Ex-AfD-Chefin, die derzeit als fraktionslose Abgeordnete sowohl im Bundestag als auch im sächsischen Landtag sitzt, das bekannteste Gesicht der Bewegung.

Auf die Abendveranstaltung in Neustadt solle Ende Oktober eine in Nordthüringen folgen, für Ende November denke man über ein Bürgerforum im Westen des Freistaats nach, erklärt Jens Krautwurst noch vor Beginn der Veranstaltung. Frauke Petry suchte gezielt den Kontakt zu den Medien, verwies in Thüringenfragen allerdings sogleich auf Krautwurst. Die Blaue Partei zähle in Thüringen derzeit Mitglieder im dreistelligen Bereich, bleibt dieser wage.

Ein Ziel der Veranstaltung ist es, neben dem Platzieren von ­Inhalten in den Medien, dem Austausch mit den Bürgern und dem Bewerben der politisch ­loseren Bürgerbewegung Blaue Wende wohl auch, mittels des Bekanntheitsgrades von Petry für die neuen Thüringer Gesichter der Blauen Partei Öffentlichkeit zu schaffen.

Bildung, ländlicher Raum, AfD-Austritt

Das Thema der Vorträge und der anschließenden Diskussion sollte die Bildung sein, doch größtes Interesse zeigte sich bei der Stellungnahme von Petry zu ihrem viel diskutierten Austritt aus der AfD kurz nach der Bundestagswahl. Inhaltlich für die Region Saale-Orla von Bedeutung war das Bekenntnis der Redner zu kleinen Schulen auf dem Land als Erfolgsmodelle. Petry sprach von Leistungsprinzip und Wissensvermittlung, die aus ihrer Sicht wieder eine größere Rolle spielen müssten.

Krautwurst erläuterte auch seine Sicht zur Entwicklung ländlicher Regionen. „Thüringen ist übewiegend ländlicher Raum, da wir mit Erfurt und Jena nur zwei Großstädte haben. Gerade die Kleinteiligkeit macht unser Land aber lebens- und liebenswert. Deshalb ist die Schaffung größerer Einheiten, wie im Schulwesen oder bei Behördenstrukturen für den Zusammenhalt und die Identifizierung des Einzelnen mit seiner Region nicht förderlich. Das betrifft ebenso die Gesundheitsversorgung oder den öffentlichen Nahverkehr“, so Krautwurst.

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