Freie Wähler in Unterwellenborn demonstrieren ihre gewachsene Stärke

Könitz  Wie die neuen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat von Unterwellenborn aussehen, demonstrierte die konstituierende Sitzung in Könitz am Mittwochabend nachdrücklich: Bei allen Wahlen für die Spitzenpositionen im Kommunalparlament setzte die mit elf Mitgliedern dominierende Fraktion der Freien Wähler ihre Kandidaten gegen die Konkurrenten der CDU durch.

Auf dieser ehemaligen Mülldeponie an der Sonnenleite in Goßwitz will ein privater Investor eine großflächige Solarstrom-Anlage errichten.

Auf dieser ehemaligen Mülldeponie an der Sonnenleite in Goßwitz will ein privater Investor eine großflächige Solarstrom-Anlage errichten.

Foto: Jens Voigt

So bleibt Volker Hirt weiter der Erste Beigeordnete und lenkt Bernd Bloß als Gemeinderatsvorsitzender auch künftig die Sitzungen. Als sein erster Stellvertreter konnte sich Gemeinderats-Neuling Stefan Drese mit elf zu zehn Stimmen denkbarknapp gegen Holger Wengerodt durchsetzen, der dann auch im Rennen um den zweiten Vizeposten gegen Sven Lautenschläger unterlag.

Danach ging man sogleich in den Arbeitsmodus über. Einstimmig beschlossen wurde die Vergabe für ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug für die Feuerwehr, das ein bislang vom Landkreis überlassenes Gerät ersetzen soll. Zwar wurden die drei Lose im Gesamtwert von rund 448.000 Euro einstimmig beschlossen, jedoch äußerte die CDU-Fraktion Kritik an der Teilfinanzierung per außerplanmäßiger Ausgabe.

Deutlich länger währte dann die Diskussion um eine in Goßwitz geplante Photovoltaik-Anlage, über deren Bebauungsplan der Gemeinderat zu beschließen hatte. Bernd Bloß, als dortiger Ortsteilbürgermeister gerade wiedergewählt, stellte die Aussagen im B-Plan, wonach keine Gefahr durch Altlasten oder Bodenveränderungen bestehe, nachdrücklich in Frage. Jeder im Ort wisse, dass es auf und an der vormaligen Mülldeponie bereits zu Absenkungen gekommen sei und sich der Untergrund offenbar weiter bewege. Selbst die Kühe, die auf Fläche weiden, würden häufig einsinken. Zudem sei zu befürchten, dass es durch die Errichtung der Solarpaneele sowie deren Wartung zu Austritten von Deponiegas kommen könnte. Volker Hirt äußerte grundsätzliche Bedenken: Eine Energiewende per „Verschandelung der Landschaft“ lehne er ab. Robin Kaminsky (CDU) teilte die Bedenken nur eingeschränkt und verwies darauf, dass der Investor der etwa 100 mal 50 Meter messenden Anlage zugesichert habe, dass die Gewerbesteuer in der Gemeinde bleibe. Bürgermeisterin Andrea Wende (Freie Wähler) suchte den Disput zu beruhigen: Wie beim geplanten Legehennenstall in Bucha gehe es zunächst nur darum, den Entwurf des B-Plans öffentlich zu machen, damit Behörden, Verbände und betroffene Bürger im Erörterungsverfahren dazu Stellung nehmen können. Erst danach werde der Gemeinderat über den tatsächlichen B-Plan zu entscheiden haben. Am Ende votierte eine deutliche Mehrheit für Planentwurf und Offenlegung.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.