Gera als Vorreiter für den digitalen Wandel – acht Millionen Euro Fördergeld in Aussicht

Gera  Ostthüringer Metropole hat als Vorreiter für den digitalen Wandel acht Millionen Euro Fördergeld in Aussicht.

Fotoflug über Gera.

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Foto: Marco Kneise

Das Bundesbauministerium hat Gera als Teilnehmer am Projekt Smart Cities und damit als Vorreiter des digitalen Wandels ausgewählt.

In Gera betrachten sie die Nominierung als sehr langfristiges Stadtplanungsprojekt. Die Stadt hat bis zu acht Millionen Euro Fördergeld in Aussicht und muss nur einen Eigenanteil von zehn Prozent tragen. Noch bleiben die Projektziele abstrakt, weil sich die Strategie erst in den nächsten zwei Jahren aus der Diskussion mit den Bürgern ergeben soll. Fakt ist, dass digitale Lösungsansätze für die Bereiche Wirtschaft, Energie, Verkehr und Städtebau erprobt werden sollen, wie Wirtschaftsförderer Tobias Werner sagt. Er hatte das Bewerbungsteam geleitet.

Ausgangspunkt für die Diskussionen sei das bestehende Freifunk-Projekt, bei dem Bürger über ihr W-Lan Passanten kostenfrei einen Internetzugang einräumen. Auf diesem Gebiet war Gera bereits Vorreiter. Nächster Schritt soll sein, wie die Stadt ihren Bürgern offene Daten zur Verfügung stellt. Ein mögliches Ziel sei die interaktive Stadtplanung, sagt Werner. Die Umsetzung soll in den Jahren 2021 bis 2025 erfolgen.

Chance, die Attraktivität der Stadt bei jungen Leuten zu steigern

Auf die Ausschreibung hatten sich laut Ministerium hundert Städte, Kreise und Gemeinden aus ganz Deutschland beworben. Eine Jury wählte Solingen, Ulm und Wolfsburg in der Kategorie „Großstädte“, Gera, Cottbus und Kaiserslautern in der Kategorie „Mittlere Städte“ sowie Grevesmühlen, Haßfurt, Süderbrarup und Zwönitz in der Kategorie „Kleinstädte und Landgemeinden“ aus. Zwei Konsortien gewannen in der Kategorie „Interkommunale Kooperationen und Landkreise“.

„Der Zuschlag ist ein großer Erfolg für Gera und bringt überregionale Beachtung“, sagt der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel (CDU). Die SPD-Abgeordnete Elisabeth Kaiser sieht die Chance, die Attraktivität der Stadt bei jungen Leuten zu steigern. Dafür müsse es gelingen, Verwaltungsabläufe und die Bereitstellung der öffentlichen Daseinsvorsorge wie Strom, Wohnen, Verkehr, Brandschutz oder soziale Teilhabe sinnvoll zu digitalisieren.

Von den Erfahrungen aus den Modellstädten sollen andere Kommunen profitieren. Insgesamt will der Bund über einen Zeitraum von zehn Jahren in vier Staffeln rund 50 Modell­projekte mit 750 Millionen Euro fördern. Für die erste Staffel stehen im Bundeshaushalt 150 Millionen Euro zur Verfügung.

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