Geraer Händler fühlen sich als Kulisse missbraucht

Gera  Wiederholt begeht die Stadtverwaltung Gera Fehler im Umgang mit den Frauen und Männern vom grünen Markt. Diesmal gibt es Streit um ein Beachvolleyball-Turnier.

Der Marktstand der Holzländischen Frischhandels GmbH Rüdersdorf auf dem Geraer Markt. Verkäuferin Sylvia Voigt mit den Kundinnen Heidemarie Liebeskind und Cornelia Bechert, die am Freitag hier einkauften. 

Der Marktstand der Holzländischen Frischhandels GmbH Rüdersdorf auf dem Geraer Markt. Verkäuferin Sylvia Voigt mit den Kundinnen Heidemarie Liebeskind und Cornelia Bechert, die am Freitag hier einkauften. 

Foto: Sylvia Eigenrauch

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Geras Markthändler sehen sich erneut ins Abseits gestellt. Aus der Zeitung haben die Händler von Geras grünem Markt erfahren, dass vom 26. Juni bis 2. Juli „Gera Beach“ auf dem Marktplatz Premiere haben soll. Dann treffen Schul- und Breitensport auf Spitzen-Volleyball. Im Zentrum steht das „Autoplanet Masters“-Turnier für Profiteams, das am 29./30. Juni ausgetragen werden soll.

Frank Krüger, Geschäftsführer der Holzländischen Frischhandels GmbH aus Rüdersdorf, erfuhr auf Nachfrage in der Stadtverwaltung, dass die Händler für den fraglichen Zeitraum auf den Platz vor dem Kultur- und Kongresszentrum ausweichen sollen. „Die sonst üblichen Informationen per Handzettel erhielten wir erst nach der Veröffentlichung in der Zeitung“, berichtet er.

Umsatzrückgänge befürchtet

Ihm und seinen Kollegen gehe es nicht darum, dass ein Ausweichplatz gefunden wurde. „Ich kritisiere, dass wir Markthändler wie eine Kulisse beiseite geschoben werden“, sagt Krüger. Für ihn seien die Markttage eine „wirtschaftlicher Mikrokosmos“ mit hoher Sensibilität. Schon kleinste Veränderungen wie Sortimentsbeschränkungen, veränderte Standplätze auf dem Markt oder die Verschiebung von Marktzeiten führten zu Nachteilen für Händler und Kunden. Den größten Eingriff aber stelle die komplette Verlagerung dar. „Umsatzrückgänge von 30 Prozent und mehr, verärgerte Kunden und das Nichterscheinen von Händlern sind Folgen“, schildert er.

Die Stadtverwaltung kennt die Beschwerden, wie sie auf Nachfrage mitteilt. „Wir wollen den Bürgern der Stadt beides bieten, einen attraktiven Wochenmarkt und ein großes Beachvolleyballfestival. Deshalb habe ich beauftragt, eine geeignete Ausweichfläche für den Wochenmarkt zu finden“, wird Julian Vonarb (parteilos) zitiert. Eine niedrigere Standgebühr für eine solche Verlegung, so ergab die Nachfrage, sehe die Marktsatzung nicht vor. Die vorbeiführende Breitscheidstraße, den zentralen Straßenbahnhaltepunkt und möglicherweise auch den Kundenstrom durch die Nähe zu den Arcaden nennt die Stadt als Vorteile.

Händler kritisieren Stadtverwaltung

Betroffen seien im Schnitt 25 Händler an insgesamt fünf Markttagen. Der Markt muss länger als nur für das Festival gesperrt bleiben, weil 400 Tonnen Sand geliefert und auch wieder abtransportiert werden müssen.

„Entweder wir machen Wochenmarkt oder Veranstaltungen“, sagt Heiko Krahmer verärgert. Er ist der Marktsprecher für die Frischehändler und nicht das erste Mal enttäuscht. „Wir stehen im Winter hier, wenn wir eigentlich nichts verdienen und müssen in unserer umsatzstärksten Zeit weichen“. Rosemarie Peukert, Verkäuferin am Stand der Geraer Gärtnerei Heyer widerspricht nicht: „Es wurde schon wieder über unsere Köpfe hinweg entschieden“, meint sie.

Dazu Meine Meinung Wiederholung im Jahrestakt

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