Geras Oberbürgermeister wird Fahrerflucht vorgeworfen

Mit einer Gegenanzeige "wegen Vortäuschung einer Straftat" hat Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm (SPD) auf den Vorwurf der Fahrerflucht reagiert. Ein Geraer hatte den OB am Freitagabend angezeigt, bestätigte am Donnerstag die Polizeidirektion Gera.

Dr. Norbert Vornehm, Oberbürgermeister von Gera. Foto: Stadtverwaltung

Dr. Norbert Vornehm, Oberbürgermeister von Gera. Foto: Stadtverwaltung

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Gera. Vornehm wird vorgeworfen, dass er beim Verlassen einer Weihnachtsfeier der Stadtwerke im "Comma" auf dem Hof des Clubzentrums mit seinem Dienstfahrzeug ein anderes Auto beschädigt haben soll. Der Hof war dicht zugeparkt und der OB habe auf der Feier noch nach dem Fahrer des Autos gesucht, das seinem Wagen im Wege stand. Der Fahrer erzählte gestern, dass er in dem Moment hinzugekommen sei, als der OB losfuhr und dabei sein Auto geschrammt habe.

"Wir haben uns gemeinsam beide Autos angeschaut, da war nichts zu sehen", sagte auf Nachfrage der OB. "Mein Auto hat einen Kratzer, an Vornehms schwarzem Dienst-Mercedes war ein blauer Farbabrieb", sagte hingegen der vermeintlich Geschädigte. Als er sein Handy habe aus der Tasche holen wollen, um den Schaden zu fotografieren, sei der OB davongefahren.

Daraufhin habe er die Polizei informiert. Sie ermittelte auf dem "Comma"-Hof und suchte den OB zu Hause auf. Einen Alkoholtest nahm die Polizei nicht vor, "weil es keine Anzeichen für Alkoholgenuss gab", so der Polizeisprecher.

Der Test liege im Ermessen der Polizei, erläuterte ein Fachanwalt für Verkehrsrecht auf Nachfrage. Anzeige steht nun gegen Anzeige. Die Polizei ermittelt.