Greizer NPD verdoppelt Zahl ihrer Mitglieder

Initiative Solidarität mit den Flüchtlingen in Greiz: Bürgerliche Maske der Asylbewerberheim-Gegner ist jetzt gefallen

Asylbewerberheim in Greiz-Pohlitz. Foto: Archiv

Asylbewerberheim in Greiz-Pohlitz. Foto: Archiv

Foto: zgt

Greiz. Die NPD geht davon aus, dass sie im neuen Greizer Stadtrat mit zwei statt aktuell einem Abgeordneten vertreten sein wird und im neuen Greizer Kreistag mit drei statt aktuell zwei Leuten. Das teilte gestern Tobias Kammler, Pressesprecher der Thüringer NPD, für den neu gegründeten Greizer Kreisverband der rechtsextremen Partei mit. An der Spitze des Kreisverbandes steht der zuvor aus der Alternative für Deutschland ausgetretene David Köckert, der als Kopf der Demon­strationen gegen das Asylbewerberheim in Greiz-Pohlitz und einer dazugehörigen "Bürger­initiative" überregionale Bekanntheit erlangt hat.

"Die Vorzeichen für eine derartige Steigerung stehen durch die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit von Herrn Köckert in Bezug auf das Asylbewerberheim am Zaschberg sowie das Sponsoring der Firma KTV UG beim SV Blau-Weiß Greiz sehr gut", kommentierte Kammler die NPD-Kommunalwahlziele. Für den Stadtrat kandidieren konkret David Köckert, Christian Gentzsch, Frank Dietze und Christina Höhn. Und in den Kreistag würden neben Köckert und Gentzsch gern auch Michael Kuhn aus Mohlsdorf und Vivian Lorenz aus Langen­wetzendorf einziehen.

Die zuletzt genannten Vier bilden auch den Vorstand des neu gegründeten NPD-Kreisverbandes. Dieser zähle aktuell 28 Mitglieder. Die Hälfte davon sei nach dem 1. Februar 2014 in die Partei eingetreten. Verloren habe die Greizer NPD in diesem Jahr lediglich zwei Mitglieder.

Ihre jetzigen Mandatsträger im Greizer Stadtrat und Kreistag, Peter Nürnberger und Peter Funger, scheint die Partei ab­geschrieben zu haben. Nürn­berger bestätigte, dass er der NPD nicht mehr angehöre.

Aus Sicht der Initiative Solidarität mit den Flüchtlingen in Greiz ist jetzt die "bürgerliche Maske gefallen", die sich Köckert bei den Demos im letzten Herbst stets gegeben hat. Sie stellt fest: "Mit den Eintritten in die vom Verbot bedrohte NPD wird deutlich, dass die sogenannte Bürgerinitiative es auf­gegeben hat, den bürgerlichen Anschein zu wahren und jetzt klar und deutlich zeigt, wessen Geistes Kind sie ist."

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