Grünes Licht für Neubau: Schrottimmobilien verschwinden in Ponitz

Der Gemeinderat will mehr Eigenheime. Damit verschwinden auch leer stehende Bauernhöfe, die der Region inzwischen nicht mehr gut zu Gesicht stehen.

Der Bauernhof in Ponitz ist bereits verschwunden. Foto: Greunke

Foto: zgt

Ponitz. Der ländliche Raum, nicht nur im Altenburger Land, hat ein gemeinsames Problem. Immer weniger Menschen leben auf dem gleich großen Raum. Das sorgt nicht nur dafür, dass die Kommunen immer weniger Zuweisungen und Steuern erhalten. Auch auf den Leerstand in den Dörfern wirkt sich der Bevölkerungsstand aus. Denn er steigt bei sinkenden Einwohnerzahlen.

Auch in Ponitz zeigt sich, dass immer weniger Menschen in der Gemeinde leben. Doch hier ist das Bild längst nicht so trüb wie andernorts.

Ponitz profitiert von seiner Lage. Die Landesgrenze ist nah und auf der sächsischen Seite hat sich die namhafte Industrie versammelt. Hinzu kommt eine Autobahn um die Ecke und ein S-Bahn-Halt mitten im Dorf, der eine rasche Anbindung an Leipzig ermöglicht.

All das seien Gründe, aus denen Ponitz zum attraktiven Wohnort geworden ist, sagt der Ponitzer Bürgermeister Marcel"Greunke (CDU). Die gemeindeeigenen Wohnungen sind längst alle vermietet und nun geht es zusehends auch leer stehenden Bauernhöfen an den Kragen. Der Gemeinderat gab grünes Licht für Baugenehmigungen und sorgte damit dafür, dass Schrottimmobilien verschwinden. So ist von einem Zwei-Seit-Hof in Grünberg inzwischen nicht mehr viel übrig - außer ein Berg von Schutt.

Aber warum wartet die Gemeinde auf solvente Käufer statt selbst abzureißen?

Weil das Geld kostet. Zunächst gelte es, die Pflichtaufgaben zu erfüllen, sagt der Bürgermeister im OTZ-Gespräch. Die Beseitigung von Schrottimmobilien gehört nicht dazu. Diese verschlingt je nach Größe einige tausend Euro - Geld, das die Gemeinde für anderes dringend gebrauchen kann. "Außerdem übersteigt das unsere Leistungsfähigkeit", so Marcel Greunke weiter.

Daher ist er froh, dass auch im Ortsteil Zschöpel ein leer stehender Bauernhof verschwand und hier jetzt ein neues Eigenheim entsteht. Damit verschwindet auch ein Feuerlöschteich, der bis in die 1980er Jahre genutzt wurde. Ein anderes Beispiel ist der Bau im Mühlenweg. Hier ist eine Halle abgerissen, die nicht mehr genutzt wurde. Auch das trage zur Verschönerung der Gemeinde bei. "Wir sind immer froh wenn sich jemand findet, der sich der alten Höfe annimmt", sagt Marcel"Greunke. So werde schließlich die Gemeinde schöner. Oft ist aber auch nur ein Abriss möglich, wenn eine Sanierung zu teuer ist. Und es sorge dafür, "dass wir zukunftsfähig sind".

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