Jagdschloss Hummelshain: Eigner erwägt Verkauf als Option

Hummelshain/Erfurt  Der Landtag befasst sich in einer Sondersitzung mit der geplanten Kulturstiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten. Dann wird es wohl auch um das Hummelshainer Jagdschloss gehen.

Von 1880 bis 1885 wurde das Jagdschloss im Stil der Neorenaissance im Auftrag von Herzog Ernst I. von Sachsen Altenburg erbaut. Das Schloss wurde auch vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. als Sommerresidenz genutzt. Archivfoto: Peter Michaelis

Von 1880 bis 1885 wurde das Jagdschloss im Stil der Neorenaissance im Auftrag von Herzog Ernst I. von Sachsen Altenburg erbaut. Das Schloss wurde auch vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. als Sommerresidenz genutzt. Archivfoto: Peter Michaelis

Foto: Peter Michaelis

Wenn es am heutigen Mittwoch in einer Sondersitzung im Thüringer Landtag um die geplante Kulturstiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten geht, könnte auch die Zukunft des Neuen Jagdschlosses Hummelshain thematisiert werden.

Die CDU-Fraktion hat das Thema auf Tableau gebracht, weil sie sich dürftig über die Stiftung informiert fühlt und einen Alleingang der Thüringer Staatskanzlei befürchtet. Markus Gleichmann, Kreisvorsitzender der Linken im Saale-Holzland-Kreis, stemmt sich dagegen. Alle Fraktionen seien frühzeitig einbezogen worden, er wirft das Wort Wahlkampf auf. Indes sorgt sich Gleichmann darum, dass die Zukunft für das Neue Jagdschloss Hummelshain geschädigt wird. Die Sondersitzung gefährde die „Entwicklung und auch die Möglichkeit, dass sich an den schwierigen Eigentumsverhältnissen des Neuen Jagschlosses etwas ändert“. Die Option, das Schloss in die Stiftung zu integrieren, könne zerredet werden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) wisse von dieser Idee. Die Eigentumsverhältnisse sind ihm schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Schlossbesitzer Lutz Rothe kann eine Sanierung seit zwei Jahrzehnten nicht finanzieren, nun fließen zumindest an den Förderverein Gelder von Bund und Land für die Trockenlegung. Ramelow sagte bei einer Wanderung nach Hummelshain gegenüber Pößneck TV: „Was nicht funktioniert, ist, dass wir immer weiter öffentliches Geld geben für eine private Immobilie.“

Schlosseigner Rothe ist sich nach zwei Jahrzehnten offenbar der Last bewusst geworden, die das Schloss bedeutet ist. Daher hat er ein erstes Gespräch mit Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff gesucht. Gegenüber dieser Zeitung bestätigt Rothe, dass eine Übergabe an die neue Stiftung eine Option ist. Andere Möglichkeiten wären ein Verkauf an einen neuen Eigentümer oder die Vermietung an potenzielle Investoren, die das Schloss einer Nutzung zuzuführen. Nächster Termin in der Staatskanzlei sei für Mitte Juni anberaumt.

Für die geplante Kulturstiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten hat der Bund 200 Millionen Euro Fördergelder in Aussicht stellt, wenn Thüringen und Sachsen-Anhalt an einem Strang ziehen. Die Länder müssen im Gegenzug ebenfalls jeweils 100 Millionen Euro investieren. Bekannt wurde bislang, dass sechs Liegenschaften der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in die neue Stiftung überführt werden sollen.

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