Jenaer ist einziger deutscher Kandidat

Noch bis Oktober können Bürger aus aller Welt im Internet den "World Mayor 2014" wählen. Auch für Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter sind Stimmen eingegangen. Wir zitieren aus Zuschriften an die Stiftung.

Als Pfarrer der Lutherhauses machte Albrecht Schröter zusammen mit anderen Jenaern im Frühjahr 1989 die Fälschung der Kommunalwahl öffentlich. Der heutige Oberbürgermeister gehörte zu den Gründern des Demokratischen Aufbruch in der DDR und wechselte Anfang 1990 zum SPD-Vorläufer SDP.
Foto/Archiv: Lutz Prager

Als Pfarrer der Lutherhauses machte Albrecht Schröter zusammen mit anderen Jenaern im Frühjahr 1989 die Fälschung der Kommunalwahl öffentlich. Der heutige Oberbürgermeister gehörte zu den Gründern des Demokratischen Aufbruch in der DDR und wechselte Anfang 1990 zum SPD-Vorläufer SDP. Foto/Archiv: Lutz Prager

Foto: zgt

Jena. Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter ist einziger deutscher Finalist in der Abstimmung zum "World Mayor 2014".

Mit dem Ehrentitel "Weltbürgermeister" zeichnet die britische City Mayors Foundation ­alle zwei Jahre Stadtoberhäupter aus, die durch ein besonderes Engagement aus der Masse ihrer Kollegen herausragen. Unter 126 aus aller Welt vorgeschlagenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern schaffte es Schröter aufgrund besonders vieler Nominierungen im Verhältnis zur Stadtgröße in den Kreis der 26 Finalisten. Bis ­Oktober gibt es im Internet eine Abstimmung dazu auf der Seite worldmayor.com, an der sich ­jeder beteiligen kann.

Inzwischen sind die ersten, zum Teil sehr umfangreichen Begründungen von Bürgern für den SPD-Kommunalpolitiker aus Thüringen veröffentlicht worden. Wir drucken einige Auszüge aus den E-Mails:

Jürgen Ehrlich, Bürgermeister der Gemeinde Sundhausen, schrieb: "Ich habe den Kollegen Schröter bei diversen Veranstaltungen des Landes Thüringen und des Gemeinde und Städtebundes Thüringen kennen gelernt. In meiner 30-jährigen Dienstzeit als Bürgermeister ist mir selten ein Amtskollege begegnet, der in seinen Diskussionsbeiträgen erkennen ließ, dass er mit Herz für seine Bevölkerung in seiner Stadt und darüber hinaus einsteht."

Die Schülerin Alena aus Jena schätzt den OB, "weil er unsere Stadt zu der gemacht hat, die sie jetzt ist. Eine Stadt mit Zukunft, mit Bildung und mit einer ­toleranten, zufriedenen Bevölkerung. Jena ist eine junge Stadt, und dies schätzt Herr Schröter indem er Schulen, Projekte und unsere Universität fördert und stets am Ball bleibt."

Gundula K. aus Jena ist zwar keine Wählerin seiner Partei, wie sie schreibt, wählt ihn aber trotzdem: "Unser Oberbürgermeister hat es verdient als Weltbürgermeister ausgezeichnet zu werden. Er setzt sich gegen Rechtsextremismus und für ein weltoffenes Jena ein. Er redet nicht nur, er handelt. Er leitet die Stadt mit gutem Geschick, bleibt auf Augenhöhe mit dem Bürger und ist auch als Bürger der Stadt erlebbar."

Gustav Heeger aus Jena stimmt für Schröter, weil er sich auf kommunaler Ebene für den Frieden in Nahost und gegen Neo-Nazis in Deutschland und in Europa einsetzt. "Jena ist sehr erfolgreich, besitzt moderne Strukturen, gute Lebensbedingungen und eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Albrecht Schröter baut die Schulden der Stadt ab, so dass Jena spätestens im Jahr 2020 schuldenfrei ist. Mit seiner Persönlichkeit motiviert er Bürger und Mitarbeiter."

Michael O. aus Jena begründet sein Votum für Schröter stichpunktartig: Er verbindet politische Kraft mit Einfühlungsvermögen. Er kämpft gegen Rechtsextremismus. Er befähigt Menschen zur Fürsorge für andere und motiviert Freiwillige. Er unterstützt Innovationen, um die Stadt für Demenzkranke freundlicher zu machen. Steht offen, klar, ehrlich gegen Korruption.

Christina W. schreibt: "Jena ist eine wachsende Stadt in Bezug auf die Bevölkerung. Die Kommune entwickelt Strategien, um attraktiv für viele moderne Unternehmen zu sein, zum Beispiel für Software-Entwickler. Jena war schon immer eine Universitätsstadt und Herr Schröter nutzt das als Vorteil."

Reinhard G. aus Jena erinnert unter anderem an Schröters ­Rolle während der friedlichen Revolution vor 25 Jahren: "Während der Zeit der DDR, ­also vor dem Jahr 1990, war er in der ersten Reihe aktiv, um politische Veränderungen zu erzwingen. Sein Engagement konzentrierte sich in erster Linie auf die kirchlichen Jugendarbeit. Er (wie ich selbst) war am 1. Oktober 1989 Mitgründer des Demokratischen Aufbruch in Berlin und Sprecher in Jena. Bis März 1990 war Schröter am Runden Tisch in Jena für Fragen der Erneuerung in der Gesundheitsversorgung zuständig."

Die jetzt in Erfurt lebende ehemalige leitende Angestellte der Jenoptik AG Katrin L. schreibt: "Jena zeichnet sich durch ein besonders Klima aus, das Albrecht Schröter befördert. In Jena sind Dinge einfacher möglich als in anderen vergleichbaren Städten. Ich mag die Lange Nacht der Wissenschaften, die Kulturarena, verschiedene Studentenpartys. In Jena können alle locker zusammen leben: jung und alt, reich und weniger reich, Student und Geschäftsführer, Deutsche und andere Nationen - ­ohne Probleme. Und die Hauptsache ist: Das Verständnis ist ehrlich und unparteiisch."

(Die Texte sind zum Teil aus dem Englischen übersetzt.)

So stimmt man ab:

Bis Oktober 2014 ist die Abstimmung über den World Mayor, den Weltbürgermeister , ausschließlich im Internet möglich.

jena@worldmayor.com lautet die E-Mail-Adresse für Jenas OB Albrecht Schröter.

Teilnehmer sollten in die E-Mail die besonderen Leistungen des Bürgermeisters schreiben, können aber Unzulänglichkeiten nennen. Der Eintrag sollte in Englisch erfolgen.

Bitte Namen und Wohnort angeben.

www.worldmayor.com ist die Homepage der Stiftung.

463 000 Menschen stimmten 2012 ab.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.