Kandidat für das Bürgermeisteramt in Dobitschen wirbt für den Mitbewerber

Dobitschen  Egon Steinicke, Kandidat für das Bürgermeisteramt in Dobitschen, wirbt für seinen Mitbewerber Bernd Franke. Am Sonntag wird gewählt in Dobitschen.

Bernd Franke (vorn links) zählte am 5. Juni noch die Stimmen mit aus in Dobitschen. Am Sonntag geht er in die Stichwahl für das Bürgermeisteramt. Foto: Cordula Fischer

Foto: zgt

Oft gab es das wohl noch nicht im Altenburger Land. Einer von zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Gemeinde Dobitschen geht auf Stimmenfang für seinen Mitbewerber. In einer persönlichen Erklärung, die an alle Haushalte der Gemeinde geht und auch auf der Internet-Seite Dobitschens veröffentlicht wurde, wirbt Egon Steinicke für Bernd Franke. Beide Männer hatten die meisten Stimmen bekommen, als am 5. Juni die reguläre Bürgermeisterwahl in Dobitschen anstand. Die Stichwahl am Sonntag, 19. Juni, ist nötig, da keiner der beiden die absolute Mehrheit erhielt. Nun stehen Bernd Franke und Egon Stei­nicke auf den Wahlzetteln in Dobitschen.

Steinicke bittet die Wahlberechtigten in der Gemeinde Dobitschen, ihre Stimme seinem Mitbewerber zu geben: „Die schnellste Möglichkeit zu einem neuen Bürgermeister zu kommen, ist, Bernd Franke die erforderliche Mehrheit zu geben“, heißt es in seiner Erklärung. Es trete kein weiterer Zeitverzug bei der Umsetzung der unmittelbar anstehenden großen Aufgaben ein. Zudem habe sich Franke als amtierender Bürgermeister in den vergangenen Monaten intensiv in die anstehenden Fragen und Probleme eingearbeitet. „Der Kontakt mit den Planern, den Rechtskundigen, den Behörden und Unternehmen wurden durch ihn amtsführend und vorbereitend geknüpft, so dass er über das entsprechend notwendige und tiefgreifende Fachwissen verfügt“, zählt Steinicke auf. „Damit“, so sein Fazit, „ist es Bernd Franke am besten möglich, die Vorhaben gemeinsam mit dem Gemeinderat zielführend zu begleiten.“

Stichwahl ist Pflicht am Sonntag

Olaf Heinke (parteilos) war als Bürgermeister von Dobitschen zum 1. Dezember vergangenen Jahres von seinem Amt zurückgetreten. Dem war im Gemeinderat ein heftiger Disput wegen Heinkes Amtsführung vorausgegangen. Klar wurde dabei, dass der Gemeinderat nicht mehr hinter seinem Bürgermeister steht. Daraufhin zog Heinke seine Konsequenzen und trat ab. Bernd Franke, bis dahin sein Stellvertreter, amtierte seitdem. Egon Steinicke ist seit vielen Jahren Mitglied im Gemeinderat. Am 5. Juni gab es keinen Kandidatenvorschlag für das Amt des Bürgermeisters in Dobitschen. Für Franke und Steinicke hatte sich die Mehrheit der Wahlberechtigten entschieden, indem sie deren Namen auf die Wahlzettel schrieben. Laut Thüringer Kommunalwahlordnung müssen sich beide der Stichwahl stellen.

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