Künftiger Bürgermeister von Bad Lobenstein vor die Tür gesetzt

Bad Lobensteins neuer Bürgermeister Thomas Weigelt wird aus einer Dienstberatung im Rathaus hinauskomplimentiert. In der Kreisstadt Schleiz gibts hingegen keine Berührungsprobleme zwischen der Wahlverliererin und dem Gewinner.

Unmittelbar am Abend der Stichwahl hatte Amtsinhaber Peter Oppel (r.) seinem Nachfolger und dessen Ehefrau gratuliert. Den zynischen Besenstrauß fürs Rathaus hatte der neue Bürgermeister zuvor von Einwohnern erhalten.  Foto: Ulf Rathgeber

Unmittelbar am Abend der Stichwahl hatte Amtsinhaber Peter Oppel (r.) seinem Nachfolger und dessen Ehefrau gratuliert. Den zynischen Besenstrauß fürs Rathaus hatte der neue Bürgermeister zuvor von Einwohnern erhalten. Foto: Ulf Rathgeber

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Bad Lobenstein. Vor 14 Tagen hat sich Thomas Weigelt (parteilos) von seinem bisherigen Arbeitgeber verabschiedet. Seither bleibt ihm Zeit, sich intensiv auf seine neuen Aufgaben als Bürgermeister von Bad Lobenstein vorzubereiten. Per 1. Juli übernimmt er das Amt.

Da lag es nahe, an einer der montäglichen Dienstberatungen im kurstädtischen Rathaus teilzunehmen. "Mir ging es einfach darum zu sehen, wie das abläuft, wie die Aufgaben verteilt werden und der Informationsfluss läuft", sagt Weigelt. Ihm sei es dabei weniger um die konkreten Inhalte dieser Dienstberatung gegangen, so der 51-Jährige.

Doch beim scheidenden Bürgermeister Peter Oppel (SPD) stieß das Ansinnen auf wenig Gegenliebe. Höflich, aber bestimmt setzte er seinen Amtsnachfolger am Montag um 7.30 Uhr vor die Tür. "Es ist nicht die feine englische Art, wenn man hier einfach reinmarschiert und im Dienstzimmer sitzt", rechtfertigt Oppel sein Handeln. Er habe erfahren, dass sich Weigelt wenige Tage zuvor beim Hauptamtsleiter nach den Dienstberatungen erkundigt habe. Dabei sei dem künftigen Rathaus-Chef auch gesagt worden, er möge sich zwecks einer möglichen Teilnahme direkt an den noch im Amt befindlichen Bürgermeister wenden. Doch das sei nicht passiert, so Oppel.

Weigelt ärgert sich zwar über den Vorfall, wollte diesen aber keineswegs an die große Glocke hängen. "Mir liegt an einer geordneten Amtsübergabe", betont er. Die soll nun voraussichtlich am Freitag nächster Woche stattfinden. Wie die Übergabe aussehen kann, dazu hatte die Kommunalaufsicht bereits schriftlich einige Hinweise an das Bad Lobensteiner Rathaus geschickt. Darin steht, dass der neu gewählte Bürgermeister keine Amtsgeschäfte vor dem 30. Juni übernehmen dürfe und der noch amtierende Bürgermeister seine Verschwiegenheit bis zum Ende der Amtszeit zu wahren habe.

Bei der Amtsübergabe seien Verwahrzuständigkeiten zu erklären und weiterzureichen sowie natürlich die Rathausschlüssel zu übergeben. Zudem solle ein Übergabeprotokoll angefertigt werden.

"Derzeit bin ich dabei, Sachakten an die zuständigen Ämter und Abteilungen zu übergeben", beschreibt Oppel den aktuellen Alltagsbetrieb seiner nach 18 Jahren endenden Bürgermeistertätigkeit. Dem Nachfolger werde er in einer Woche unter anderem die Schlüssel und den Strukturplan der Stadt übergeben. "Mein Nachfolger geht in ein gemachtes Nest", betont Oppel, dass er eine gut funktionierende Verwaltung hinterlasse.

Augenscheinlich reibungsloser verläuft der Amtswechsel in der Kreisstadt Schleiz. "Wir haben keine Berührungsprobleme", sagt die scheidende Bürgermeisterin Heidemarie Walther (FDP/BI Pro Schleiz) zu den gleich nach der Wahl aufgenommenen Kontakten mit ihrem Amtsnachfolger Juergen K. Klimpke (SPD). Zu verschiedenen Veranstaltungen und Gesprächen in den vergangenen Wochen waren beide zusammen gesehen worden. "Wir haben nichts zu verbergen und ich bin daran interessiert, dass die angearbeiteten Dinge in Schleiz weitergeführt werden", erklärt Heidemarie Walther, weshalb schon vor der offiziellen Amtsübergabe einige Termine und Beratungen gemeinsam wahrgenommen werden. "Schließlich sollen auch die Partner wissen, wer die Arbeit fortführt", macht Walther deutlich.

In Bad Lobenstein gelang es Thomas Weigelt immerhin, am nichtöffentlichen Teil der letzten Stadtratssitzung teilzunehmen. Darüber musste das Gremium vorher abstimmen. Oppel hatte sich enthalten.

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