Linke erkennt Saalfelder AfD-Vorstandsmitglied als Angreifer auf Wahlkreisbüro

Saalfeld  Polizei ertappte den Mann Ende Oktober 2015 auf frischer Tat – Partei distanziert sich – Ämter sofort niedergelegt

Katharina König, Abgeordnete der Partei Die Linke im Thüringer Landtag.

Katharina König, Abgeordnete der Partei Die Linke im Thüringer Landtag.

Foto: Martin Schutt

Der noch junge AfD-Gebietsverband Saalfeld-Rudolstadthat seit gestern sein erstes größeres Ärgernis. Eines der Vorstandsmitglieder entpuppte sich als Intensivtäter, der mindestens ein halbes Dutzend Mal seinen Hass in Sachbeschädigungen am Jugend- und Wahlkreisbüro „Haskala“ der Linken-Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss in der Saalfelder Saalstraße entlud.

Die Partei reagierte nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend. „Herr Reinhard R. hat mit sofortiger Wirkung alle Ämter niedergelegt“, erklärte AfD-Gebietschef Günter Engelhardt auf Anfrage. Weiterhin werde geprüft, welche Parteiordnungsmaßnahmen eingeleitet werden. „Wir distanzieren uns in aller Schärfe von solchen Taten und verurteilen diese Handlungen“, so der Schwarzaer.

Das „Haskala“ ist seit seiner Eröffnung 2010 immer wieder Ziel von Angriffen durch Steine, Farbanschläge und Schmierereien. Ganz in der Nähe wurden am 1. Mai 2015 drei Menschen von Rechtsextremisten brutal zusammengeschlagen.

2014/15 kam es zu einer ganzen Serie an Farbanschlägen gegen das „Haskala“ mittels Graffiti-Sprühdosen mit den immer selben Schmierereien und Beleidigungen. Nach dem sechsten Anschlag konnte der Täter auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden. „Reinhard R. ist der politisch motivierte Intensivtäter, der durch diese Straftaten monatelang die Saalfelder Polizei von der Spurensicherung bis zur erhöhten Bestreifung der Saalstraße beschäftigte“, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Abgeordneten König-Preuss.

Von November 2014 bis Oktober 2015 könnten demnach mindestens sechs meist großflächige Sprühereien am Wahlkreisbüro „Haskala“ Reinhard R. zugeordnet werden, die sowohl mit identischen Signalfarben, als auch teils identischen Inhalten gesprüht wurden, darunter Äußerungen wie „K.König, du linksextreme Schlampe“, „Kommunistische Drachenbrut soll der Teufel holen“ und „Abschaum“. Nach seiner Festnahme auf frischer Tat am 30. Oktober 2015 sei R. glimpflich davongekommen, heißt es in der Mitteilung. Er habe die Taten vor Gericht gestanden, abseits einer Androhung für den Fall weiterer Taten gab es jedoch keine weiteren Konsequenzen für ihn. Den Schaden von mehr als 1000 Euro will König-Preuss nun auf zivilrechtlichem Weg einfordern.