Mehr als 300 Unterschriften gegen Gefängnis-Bau in Gera-Aga

Die neu gegründete Bürgerinitiative "Keine JVA in Aga" stößt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. In den ersten Tagen nach Gründung wurden mehr als 300 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt, in der 1200-Seelen-Gemeinde eine Justizvollzugsanstalt mit 940 Haftplätzen und rund 420 Mitarbeitern zu errichten, teilte die Bürgerinitiative schriftlich mit.

Die neu gegründete Bürgerinitiative "Keine JVA in Aga" stößt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung.  Foto: Archiv

Die neu gegründete Bürgerinitiative "Keine JVA in Aga" stößt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Foto: Archiv

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Gera-Aga. Insbesondere auf der Informationsveranstaltung am Rande des Feuerwehrfestes am Sonnabend habe sich ein Großteil der Besucher gegen das Projekt ausgesprochen. Die Einheimischen befürchten die Zerstörung des ländlichen Charakters von Kleinaga und Sicherheitsrisiken.

Nicht nachvollziehbar ist für die Gegner des Vorhabens, worauf deren Befürworter ihre Hoffnung stützen, Arbeitsplätze für Agaer würden geschaffen, sollen doch zuvor vier Haftanstalten geschlossen werden. Während ein Teil dieser Planstellen an den neuen Standort verlagert werde, falle ein anderer Teil weg, argumentiert die Bürgerinitiative. Bis die ersten Neueinstellungen erfolgen können, müssten demzufolge viele Jahre vergehen.

Auch die vielzitierten Schlüsselzuweisungen von bis zu 200 000 Euro seien angesichts der Schulden von Gera nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Bürgerinitiative bezweifelt, dass von den Geldern etwas in Kleinaga ankommt.

Die Bürgerinitiative erkennt an, dass Investitionen in der Region notwendig sind. Bei der Wahl des Standortes für solch ein Projekt müsse jedoch nach einer Lösung gesucht werden, die Mensch und Natur berücksichtige. Als denkbare Alternativstandorte sollten demgemäß vorhandene Industriebrachen und aufgegebene Bundeswehrstandorte ins Auge gefasst werden.

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