Ohne Gegenveranstaltung: Knapp 900 Teilnehmer bei zweiter AfD-Demo in Gera

Gera. Zur zweiten asylkritischen Kundgebung der Alternative für Deutschland in Gera unter dem Motto „Mut zur Wahrheit“ fanden sich am Freitagabend nach Polizeiangaben 870 Menschen ein. Veranstalter Stephan Brandner schätzte hingegen seinerseits auf „über 1000 Teilnehmer“.

Die Teilnehmer der AfD-Kundgebung bei ihrem Marsch auf der Sorge. Foto: Steffen Beikirch

Die Teilnehmer der AfD-Kundgebung bei ihrem Marsch auf der Sorge. Foto: Steffen Beikirch

Foto: zgt

Als Redner traten neben Brandner seine Landtagskollegen Jörg Henke und Wiebke Muhsal sowie erneut Harald Frank von der Bürgerschaft Gera auf.

Es gab keine Gegenveranstaltung. Anfängliche Beschallung vom Linke-Büro gegenüber wurde pünktlich zum Beginn der AfD-Demo beendet. Den Aufzug durch die Stadt begleiteten „Merkel-muss-weg“-Rufe . Auch Harald Frank erhob Rücktrittsforderungen gegenüber der Bundeskanzlerin. Wie schon zuletzt forderten die AfD-Redner ein Ende des „Asylchaos“ und die Schließung der deutschen Grenzen.

Stephan Brandner berichtete von einem Gesprächsangebot der Katholischen Kirche, die aber nicht auf einer öffentlichen Kundgebung auftreten wolle.

Im Publikum waren Deutschlandfahnen, ein Transparent mit der Aufschrift „Wir wollen kein Multikulti“ und sogenannte Wirmer-Flaggen zu sehen, die Josef Wirmer, ein Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, als Entwurf für eine Nationalflagge Deutschlands vorgeschlagen hatte. Seit einigen Jahren werden die Flaggen immer wieder bei Veranstaltungen rechtsextremer und rechtspopulistischer Gruppen gezeigt.

Die ingesamt 90-minütige Veranstaltung in der Geraer Innenstadt verlief laut Polizei komplett störungsfrei.