Planungen für Rennsteighaus in Brennersgrün vergeben

Die Lehestener Stadtratsmitglieder lösen Auftrag über 39 236 Euro aus. Ingenieurbüro Klappach und Silge mit Arbeit betraut. Ausschreibung für die Umbauarbeiten könnte im Januar 2014 erfolgen.

Die Planungenleistungen für das kombinierte Rennsteig-Bürgerhaus in Brennersgrün sind nach einem Beschluss des Lehestener Stadtrates vergeben worden. Das Ingenieurbüro Klappach und Silge hat den Auftrag mit einer Summe von 39 236 Euro erhalten. Foto: Ulf Rathgeber

Die Planungenleistungen für das kombinierte Rennsteig-Bürgerhaus in Brennersgrün sind nach einem Beschluss des Lehestener Stadtrates vergeben worden. Das Ingenieurbüro Klappach und Silge hat den Auftrag mit einer Summe von 39 236 Euro erhalten. Foto: Ulf Rathgeber

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Lehesten/Brennersgrün. Die Neugestaltung des kombinierten Rennsteig- und Bürgerhauses im Lehestener Ortsteil Brennersgrün kann beginnen. Die Planungsleistungen umfassen eine Höhe von 39 236 Euro und werden vom Ingenieurbüro Klappach und Silge ausgeführt. Die Ausschreibung für die eigentlichen Umbauarbeiten könnte nach Informationen der Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Probstzelle-Lehesten-Marktgölitz, Regine Horter, im Januar erfolgen.

Die Stadtratsmitglieder hatten in ihrer jüngsten Sitzung mit sieben Ja-Stimmen der Fraktionen "Die Linke" und SPD die Entscheidung pro Rennsteighaus befürwortet.

Im Stadtrat namentliche Abstimmung über Projekt

In der namentlichen Abstimmung sprachen sich Karl-Heinz Fischer (Bürgerinitiative), Tino Wolfram und René Steinbach (beide Freie Wähler/Unabhängige Bürgerliste) dagegen aus. Frank Falkenstein (Bürgerinitiative) enthielt sich der Stimme.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich nach derzeitigem Stand auf insgesamt 553 000 Euro, die zum größten Teil von der Infrastrukturgesellschaft Rennsteig mbH (IGR) und dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) getragen werden. "Eine Doppelförderung war lange Zeit nicht möglich", erinnerte Regine"Horter, an die intensive Arbeit der vergangenen Monate.

Die Fraktion der Freien Wähler meldete schriftlich Bedenken an und wiederholte das Argument, dass bei einem Haushaltssicherungskonzept Ausgaben zu vermeiden sind. Erinnert wurde auch daran, dass die Kämmerin im Mai 2012 noch gesagt hatte, dass die Finanzierung nicht gesichert sei.

Die Fraktion rechnet mit jährlichen Betriebskosten zwischen 40 000 und 50 000 Euro.

Gleichzeitig wurde vor möglichen, noch nicht erkannten Schäden an der ehemaligen Schule gewarnt, die die Kosten in die Höhe treiben könnten. Laut Ingenieurvertrag sollen jetzt zehn,statt bislang geplanter 22 Betten für Übernachtungen bereitgestellt werden.

"Es gab immer Bestrebungen, dass das ortsbildprägende Gebäude erhalten werden muss", sagte Regine Horter. "Das sagt jeder Planer", fuhr die Kämmerin fort und merkte an, dass ein Konzept erstellt worden ist, in dem alles, was das Haus anbetrifft, ausführlich beschrieben ist. Die Stadt werde demnach nicht mit Folgekosten belastet. "Ich bedauere, dass das von einzelnen Stadtratsmitgliedern nicht gelesen wird."

Das Rennsteighaus werde eine besondere Bedeutung bekommen. "Ein Nordic-Activ-Zentrum soll entstehen", führte Horter weiter aus. Die IGR werde dafür überregional werben.

"Das Haus ist im Haushaltssicherungskonzept enthalten", widersprach sie einem Argument der Freien Wähler. Die Aussage vom Mai 2012 war von ihr gemacht worden, weil damals das ALF noch keine Finanzierungszusage gegeben hatte. Aus persönlichem Erleben und aus Berichten ist klar, dass in Brennersgrün eine Einkehrmöglichkeit unter anderem für Wanderer fehle, so Horter.

"Es muss uns sofort gelingen, die Gastronomie in Gang zu bringen", sagte Bürgermeister Andreas Ludwig (Die Linke). Auch er verwies auf die bundesweite Werbung durch den Regionalverbund Thüringer Wald. "Die Übernachtungen gehen für Brennersgrün definitiv nach oben."

"Es ist toll, dass sich die Brennersgrüner für das Haus einsetzen", sagte Karl-Heinz Fischer (Bürgerinitiative). Auch der Lehestener verwies seinerseits auf den angespannten Haushalt der Stadt. "Es besteht die große Gefahr, dass wir uns über viele Jahre auf finanzielles Eis begeben."

Für Verärgerung im Vorfeld der Entscheidung hatte ein Flugblatt gesorgt, in dem das Projekt Rennsteighaus kritisiert worden war. "Wir werden hier in Lehesten verteufelt", beschwerte sich Mandy Ziemann aus Brennersgrün.

Angeblich würde ein "Märchenhaus" gebaut. "An dem Haushaltsloch ist nicht das Rennsteighaus schuld", betonte Ziemann. Sie bat um eine sachliche Diskussion. Das Haus werde in Zukunft vorwiegend touristisch genutzt. "Die Stadt Lehesten kann sich nur mit dem Tourismus über Wasser halten."

"Mich hat es sehr getroffen", sagte Andreas Ludwig zu dem anonymen Flugblatt, "dass man mit der Angst der Bürger spielt. Es soll unser aller Rennsteighaus werden."

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