Politiker im Heimat-Check: Volkmar Vogel (CDU)

Regelmäßig bitten wir die Ostthüringer Bundestagsabgeordneten um eine Einschätzung, was sie bereits für ihren Wahlkreis erreicht haben. Heute: Volkmar Vogel (CDU).

Volkmar Vogel (CDU).

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Foto: Peter Michaelis

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1. Welche Ziele haben Sie für Ostthüringen bereits erreicht?

Die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung sowie die geplante Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Zeitz-Gera und ihre Anbindung an die S-Bahn. Hilfe für die Region wirkt umso mehr, wenn man gemeinsam handelt. So wie in der Vergangenheit beim Erhalt des Bundeswehrstandortes Hain, der Autobahnabfahrt „Lederhose“ und der 2,7 Millionen Euro fürs Rutheneum, waren diesmal durch gemeinsames Handeln 24 Millionen Euro Bundesmittel für das Lindenau-Museum und vier Millionen Euro für die Geraer Ostschule drin. Besonders freute ich mich, Langenwetzendorf mit 1,2 Millionen Euro unterstützen zu können, aber auch die kleine Gemeinde Ponitz mit 70.000 Euro für ihr Schloss.

2. Welche Konsequenzen ziehen Sie für sich persönlich aus den Ergebnissen der Europawahl?

Das Ergebnis der Europawahl hat uns mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Aber als stärkste politische Kraft in Deutschland stehen wir in der Pflicht. Die SPD muss sich finden, denn wir müssen unsere Verantwortung für das Land wahrnehmen und unsere Arbeit machen.

Ich habe die Sorgen der Bürger immer ernst genommen und werde dies auch weiter tun, zum Beispiel in Bürgersprechstunden, bei Veranstaltungen und Terminen in Unternehmen, mit der Landwirtschaft, in sozialen Einrichtungen, Kliniken und Kindergärten.

3. Hält die Große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode durch?

Für die Stabilität unseres Landes, ja. Innerparteiliche Querelen sind der falsche Weg. Die Wähler haben 2017 entschieden. Vieles haben wir bereits erreicht, zum Beispiel das Baukindergeld, Beitragssenkung für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer und Rentner, das Fachkräftezuwanderungsgesetz, mehr Geld für Pflege, Kinderbetreuung und Sicherheit sowie der Abbau der kalten Progression. Entscheidungen zu Grundsteuer und Klimaschutz stehen an.

4. Wie stehen Sie zur Widerspruchslösung bei der Organspende? Wie werden Sie abstimmen?

Ich unterstütze Spahns doppelte Widerspruchslösung. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Menschen grundsätzlich zur Organspende bereit, schieben die Entscheidung jedoch vor sich her. Rund 10.000 Menschen in Deutschland stehen auf der Warteliste. Etwa alle acht Stunden stirbt einer von ihnen, weil es kein passendes Spender-Organ gibt. Das wollen wir ändern. Jeder Mensch hat Zeit seines Lebens die Möglichkeit der Spende zu widersprechen und auch die Angehörigen werden befragt.

5. Unternehmen in Ostthüringen suchen händeringend Personal. Was kann die Politik tun, um diesbezüglich die Leistungsfähigkeit der Ostthüringer Wirtschaft zu garantieren?

Durch hervorragende Berufs-, Fort- und Weiterbildungsangebote und indem wir Abgewanderte wieder für ihre Heimat begeistern. Dazu müssen wir den Leuten zum Beispiel das Bauen auf dem eigenen Grundstück erleichtern. Ich arbeite derzeit an entsprechenden gesetzlichen Änderungen.

Wichtig sind Straße, Schiene, Breitband, Ärzte, Kindergärten und Schulen. Der Weg der Thüringer Landesregierung, das Schulnetz auszudünnen, ist falsch. Auch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland können helfen.

6. Die Versorgung im ländlichen Raum ist gefährdet. Welchen Vorschlag haben Sie, um die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten, Zeitungen, Paketen und Dingen des täglichen Bedarfs in den kommenden Jahren sicherzustellen?

Es muss viele Schritte geben, zum Beispiel eine attraktivere Linienführung im ÖPNV mit Halt auf Zuruf; Fernbusanbindung, wo keine Bahn verkehrt; Medizinische Versorgungszentren, auch in kleineren Orten. Trotz Apotheken-Versandhandel setze ich mich für die Apotheken vor Ort ein.

Individuelle Förderprogramme wie „Land(auf)Schwung“, mit dem der Bund allein im Landkreis Greiz rund 40 Projekte fördert, müssen fortgesetzt werden – zu Gunsten von Vereinen, Hofläden und Dorfschenken.

Volkmar Vogel

  • Partei: CDU
  • Alter: 60
  • Beruf: Diplom-Ingenieur für Gerätetechnik (FH)
  • Wohnort: Kleinsaara
  • Wahlkreis: Gera – Greiz – Altenburger Land

Politiker im Heimat-Check: Stephan Brandner (AfD)

Regelmäßig bitten wir die Ostthüringer Bundestagsabgeordneten um eine Einschätzung, was sie bereits für ihren Wahlkreis erreicht haben. Diesen Fragebogen haben alle Abgeordneten zeitgleich erhalten. Die Reihenfolge der Rücksendung des ausgefüllten Fragebogens bestimmt die Reihenfolge, in der diese veröffentlicht werden. Die nächste Folge erscheint am Freitag mit Volkmar Vogel (CDU).

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