Politiker im Heimatcheck: Christoph Matschie (SPD)

Vor einem Jahr fand die Bundestagswahl statt. Wir haben die acht Ostthüringer Abgeordneten gefragt, was sie bislang erreicht haben.

Christoph Matschie.

Christoph Matschie.

Foto: SPD Jena/Sebastian Bentzin

Alle Abgeordneten haben den Fragebogen zeitgleich erhalten. Die Reihenfolge der Rücksendung des ausgefüllten Fragebogens bestimmt die Reihenfolge der Veröffentlichung. Die nächste Folge erscheint mit Elisabeth Kaiser (SPD).

Fragebogen an Christoph Matschie (SPD):

  • Alter: 57
  • Beruf: Mechaniker, Theologe
  • Wohnort: Jena
  • Wahlkreis: Jena – Sömmerda – Weimarer Land I

1. Welche für Thüringen relevanten Ergebnisse haben Sie bereits erreicht, welche sind in Arbeit?

Die meisten Dinge, die die SPD im Bundestag durchsetzt, gelten für das ganze Land, sind aber auch für Thüringen wichtig. Dazu gehört das neue Rentengesetz, mit dem das Rentenniveau bis 2025 gesichert wird. Mit dem Gute-Kita-Gesetz wollen wir die Personalsituation in den Kindergärten verbessern und die Eltern bei den Gebühren entlasten. Zusätzliche Gelder für schnelles Internet auch in ländlichen Regionen sind ebenfalls beschlossen und gut für Thüringen.

2. Welche Probleme drängen aktuell in Ostthüringen?

Ein Beispiel: In Jena leiden viele unter dem angespannten Wohnungsmarkt und den dadurch stark gestiegenen Mieten. Wohnen ist zu einer ernsthaften sozialen Frage geworden. Wir stellen deshalb zusätzlich Milliarden für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung, investieren in die Städtebauförderung und führen das Baukindergeld ein. Die SPD setzt sich außerdem für einen Miet­stopp für fünf Jahre ein. Gleichzeitig wird es eine steuerliche Förderung geben, um schneller neue Wohnungen zu schaffen.

3. Wie viele Reden haben Sie in dieser Legislaturperiode bereits im Bundestag gehalten? Welches war für Sie dabei die wichtigste Rede und um was ging es dabei?

Seit der letzten Wahl habe ich neun Reden im Plenum gehalten. Meine Aufgabenfelder sind die Außen- und Entwicklungspolitik. Hier bin ich für die Zusammenarbeit einerseits mit Afrika und andererseits mit Russland zuständig. Außerdem bin ich Sprecher für den Bereich Vereinte Nationen. Für die Außenpolitik gilt: Jede diplomatische Lösung, jeder humanitäre Einsatz und jede Initiative können wichtig sein für eine gute Nachbarschaft der Völker und eine friedliche Entwicklung, da fällt es schwer zu gewichten.

4. Worüber ärgern Sie sich bei Ihrer Arbeit im Bundestag?

Mich ärgert, wenn politische Debatten nur dazu genutzt werden, um den jeweiligen politischen Kontrahenten schlecht zu machen. Ich wünsche mir mehr konstruktive Diskussionen, in denen das Ringen um die beste Lösung im Vordergrund steht. Die gibt es aber zum Glück auch. Die Demokratie ist in meinen Augen dann stark, wenn sie lösungsorientiert ist.

5. Welche Konsequenzen ziehen Sie persönlich aus den Vorfällen in Chemnitz?

Mich macht der Todesfall des jungen Mannes sehr betroffen. Erschreckend finde ich aber auch, wie einige diese Situation nutzen wollten, um gegen Zuwanderer und Flüchtlinge zu hetzen. Ich finde es wichtig, dass unser Staat für Recht und Ordnung sorgt und dass Straftaten konsequent geahndet werden, egal wer sie begeht. Für ein gutes Zusammenleben in unserem Land sind aber auch gegenseitiger Respekt und ein menschlicher Umgang miteinander nötig. Für beides setze ich mich ein.

6. Wie viele Besucher hatten Sie aus Ihrem Wahlkreis in Berlin? Wie kann man Sie besuchen kommen?

In diesem Jahr waren schon 100 Besucher bei mir in Berlin und weitere 150 Personen werden mich dieses Jahr noch besuchen. Mein Büro in Jena organisiert gemeinsam mit dem Bundespresseamt Bildungsfahrten nach Berlin, bei dem Jede und Jeder gern mitfahren kann. Auch Tagesfahrten können über mein Büro organisiert werden. Dazu melden sie sich einfach per E-Mail an christoph.matschie.wk@bundestag.de , telefonisch unter (03641) 447 460 oder per Post an Teichgraben 4, 07743 Jena.

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