Rückbau der Brücken "minderer Qualität" in Saalfeld beschlossen

Saalfeld reduziert auf Beschluss des Stadtrates seinen Bestand an Brücken und Durchlässen um zehn Prozent. Bauwerke "minderer Qualität" aus den 70er und 80er Jahren über Weira, Köditzbach und Bernhardsgraben sind betroffen.

Die Fußgängerbrücke an der Viehtreibe ist zwar noch in gutem Zustand, wird nach Einschätzung der Stadtverwaltung zur Verkehrserschließung aber nicht unbedingt benötigt und soll daher weg. Foto: Klaus Moritz

Die Fußgängerbrücke an der Viehtreibe ist zwar noch in gutem Zustand, wird nach Einschätzung der Stadtverwaltung zur Verkehrserschließung aber nicht unbedingt benötigt und soll daher weg. Foto: Klaus Moritz

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Saalfeld. Die Stadt Saalfeld hat seit dieser Woche grünes Licht für den Abriss von sieben Fußgängerbrücken. Und mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat am Mittwoch den Rückbau der Bauwerke "minderer Qualität" aus den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Konkret betroffen sind zwei Fußgängerbrücken über die Weira (eine davon am Feuerwehrgerätehaus), zwei über den Köditzbach (an der Gärtnerei, an der Brunnenstraße), zwei über den Bernhardsgraben (bei der Einmündung in die Weira, im Zuge des Anliegerweges zwischen Pößnecker Straße und Straße der Freiheit) sowie die Fußgängerbrücke "Viehtreibe".

In der Stadt Saalfeld seien zurzeit für über 70 Bauwerke in Form von befahrenen Brücken/Durchlässen (65 Prozent) sowie Brücken für Fußgänger-Radverkehr (35 Prozent) das ganze Jahr über Kontrollen durchzuführen und zu unterhalten, heißt es in der Schilderung des Sachverhaltes zu diesem Antrag. Zusätzlich erfolge alle drei Jahre eine Überprüfung der Bauwerkszustände durch ein Ingenieurbüro.

Im Jahr 2010 erfolgte bei zirka 70 Prozent der Bauwerke eine Prüfung nach DIN 1076 mit dem Ergebnis, dass sich davon über ein Drittel in schlechtem Zustand befindet. "Dies betrifft besonders Bauwerke, die in den 70er und 80er Jahren in der DDR-Zeit mit minderer Qualität errichtet worden sind", heißt es wörtlich in der Begründung. Hier sei eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich vertretbar.

Aufgrund des hohen Anteils an Fußgängerbrücken und in Hinsicht auf die problematische Haushaltslage erfolgten Untersuchungen zur Bedeutung und zum Zustand der einzelnen Bauwerke mit dem Ergebnis, dass die genannten sieben Bauwerke für die Öffentlichkeit nur sehr geringe Bedeutung haben und deshalb zum Abbruch vorgeschlagen werden. Damit würde die Kreisstadt ihren Brückenbestand mit einem Schlag um zehn Prozent reduzieren. Das Geld für den Abbruch ist zum Teil schon im Haushalt für dieses Jahr eingestellt.

So unterschiedlich wie der Zustand der Brücken ist, so eilig oder eben auch nicht wird es die Bauverwaltung haben. So ist beispielsweise die Weirabrücke am Feuerwehrgerätehaus noch in einem guten Zustand, weshalb der Abbruch erst erforderlich ist, wenn sowohl Stand- als auch Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sind.

Die zweite Weirabrücke ist bereits seit Mai vorigen Jahres gesperrt, weil der Holzbohlenbelag aufgebrochen bzw. verfault ist. Die Tragkonstruktion aus Stahl ist verrostet. Da man nun bereits anderthalb Jahre ohne diese Brücke ausgekommen ist, soll sie im nächsten Jahr durch den Bauhof abgerissen werden.

Noch schneller könnte es mit der Brücke über den Köditzbach an der Gärtnerei gehen. Hier ist die Standsicherheit aufgrund der Schieflage eines Widerlagers durch Unterspülung nicht mehr gegeben. Möglicherweise noch in diesem Jahr soll der Bauhof tätig werden und gleich die Uferböschungen des Köditzbaches in diesem Bereich nachprofilieren.

Für die verbleibenden Brücken wird ein Abriss in den Jahren 2012 oder spätestens 2013 angestrebt. Eine Brücke am Bernhardsgraben soll sofort gesperrt werden.

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