Saale-Holzland-Kreis bewirtschaftet künftig das Brehm-Schullandheim

Eisenberg  Nach heftiger Debatte gab der Kreistag grünes Licht für eine Integration der Einrichtung in das Schulverwaltungs- und Kulturamt. Halbjährlich soll die Verwaltung Bericht erstatten.

Das Schullandheim in Renthendorf wird künftig vom Landkreis betrieben. Foto: Angelika Munteanu

Das Schullandheim in Renthendorf wird künftig vom Landkreis betrieben. Foto: Angelika Munteanu

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78 000 Euro jährlich wird die Betreibung des Schullandheimes in Renthendorf den Landkreis ab 1. Januar 2017 kosten. In der Summe enthalten sind Personal- und Betriebskosten, wobei man davon ausgeht, dass das Schullandheim weitere 25 000 Euro über die Benutzungsentgelte im Jahr einnimmt.

Vielleicht auch mehr. SPD-Fraktionschef Hans-Peter Perschke forderte auf der jüngsten Kreistagssitzung im Kaisersaal des Eisenberger Schlosses, dass die bestehenden Nutzungsentgelte zu überarbeiten und anzupassen seien. Sein Antrag wurde von der Mehrheit der Kreistagsmitglieder angenommen.

Zustimmung erfuhr auch der Antrag, dass das Kulturamt halbjährlich dem Kreistag Bericht über das Schullandheim erstattet und dass eine Konzeption erarbeitet wird, wie die Einrichtung für Landkreis-Schüler besser mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden kann.

Überhaupt nahm die Debatte um die Nutzung des Schullandheimes durch Klassen aus den Landkreisschulen einen breiten Raum ein. So bemängelte Christian Nitsch (Fraktion Bürgerinitiative), dass das vorgelegte Konzept keine Aussagen treffe, wie man die eigenen Schüler für die Einrichtung begeistern wolle.

Kreistagsmitglied Ingo Lippert (SPD) ging noch weiter. Ersehe nicht ein, dass man jährlich 78 000 Euro für eine Einrichtung ausgebe, die offenbar keine entsprechende Nachfrage habe. Zudem gebe es mit Nickelsdorf ein Angebot für junge Leute, wo keinerlei Zuschüsse gezahlt werden müssten. Lippert schlug vor, das Schullandheim einzumotten und gemeinsam mit der Brehm-Gedenkstätte ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. „Ich gebe Brief und Siegel darauf, dass sich nichts ändert“, meinte Lippert mit Blick auf die neue Trägerschaft und die Belegungszahlen.

Michael Kieslich (CDU) erinnerte daran, dass es politischer Wille des Kreistages sei, das Schullandheim zu erhalten. „Wir haben dazu am 6. April einen Beschluss gefasst.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass eine Neuaufstellung des Schullandheimes gelingen wird.

Landrat Andreas Heller (CDU) warnte davor, das Heim zeitweise zu schließen. „Eine Wiedereröffnung ist schwierig.“ Er verwies darauf, dass unter anderem de Brehm-Gedenkstätte eine Entwicklungskonzeption des Schullandheimes zu einem Brehm-Bildungszentrum vorgelegt habe.

Laut dem Beschluss hat auch die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. verschiedene Module entwickelt. Der Nabu seinerseits schlägt vor, dass Renthendorf künftig ein Ort der Koordinierung und der Beratung von Lehrern der Thüringer „Umweltschulen in Europa“ werden soll. Des Weiteren könnte ein Netzwerk von Stationen aufgebaut werden, welche die Natura-2000-Schutzgebietskulisse – also Vogelschutzgebiete oder wichtige Flora- und Fauna-Gebiete – betreuen.

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