So will Rot-Rot-Grün den Nahverkehr in Thüringen verbessern

Erfurt.  Sollte es in Thüringen eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung geben, soll der Nahverkehr verbessert werden. Zwei Landkreise im ländlichen Raum sollen als Modellregion dienen.

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Im Falle einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung soll nach den Plänen von Linke, SPD und Grünen in zwei Thüringer Landkreisen eine Mobilitätsgarantie erprobt werden. „In vielen ländlichen Regionen gibt es keine ausreichenden Angebote im Nahverkehr. Da muss etwas passieren, das muss besser werden“, sagte Grünen-Fraktionschef Dirk Adams. Wichtig sei, dass die Kommunen eingebunden werden und Rückmeldung geben, „ob das passt, was wir machen“, so Adams.

Linke, SPD und Grüne haben sich am Freitag auf ein Programm für eine Minderheitsregierung geeinigt. Für ihre Vorhaben werden sie aber auch Stimmen der CDU oder der FDP brauchen. Außerdem lassen SPD und Grüne auf Parteitagen noch darüber abstimmen, ob sie sich an einer Minderheitsregierung beteiligen sollen. Die Linke will noch ihre Mitglieder befragen.

Um die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern, wollen sich die drei möglichen Partner auf drei Handlungsfelder konzentrieren:

Tickets: Ein vergünstigtes Azubi-Ticket, das mit Geld vom Land subventioniert wird, gibt es in Thüringen bereits. Es gilt fast im ganzen Land – nur der Landkreis Geiz macht nicht mit. Dieses Ticket soll auf junge Menschen, die einen Freiwilligendienst leisten, ausgeweitet werden. Außerdem wollen die drei Parteien ein ähnliches Ticket für Senioren einführen, wie Adams sagte.

Garantie: Für einen bestimmten Geldbetrag sollen Thüringer in Zukunft von jedem Ort aus zu einem Verkehrsknotenpunkt im Land kommen. Liegen die Kosten über der festgelegten Grenze, könnte das Land einspringen. Adams sagte, dass unter bestimmten Voraussetzungen etwa Zuschüsse für Taxifahrten denkbar seien. Details und genaue Grenzen seien bislang aber noch nicht festgelegt. „Wir wollen diese Mobilitätsgarantie mit den Landkreisen besprechen und in zwei Modellregionen schauen, ob das funktionieren kann“, sagte Adams. Ähnliche Konzepte gebe es bereits in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Taktung: „Wir müssen den Takt für den Öffentlichen Nahverkehr in Thüringen weiterentwickeln und einfacher machen“, sagte Adams. Dies sei eine langfristige Aufgabe für die nächsten Jahre. Als Vorbild nannte er die Schweiz. Ziel sei eine Art Taktfahrplan, bei dem zum Beispiel Busse jede halbe Stunde oder stündlich fahren. Adams machte aber klar, dass ein derart komplexes Vorhaben eher ein Ziel für die kommenden 10 oder 20 Jahre sei.

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