Stichwahlen in Jena: Sieben weitere Ortsteilbürgermeister stehen fest

Jena  Drei Siege für die SPD, zwei für die Grünen: Sieben Stichwahlen der Ortsteilbürgermeister am Pfingstsonntag in Jena mit klaren Ergebnissen.

Kurz nach 18 Uhr im Wahllokal in der Volkshochschule: Die Stimmzettel wurden ausgezählt. In diesem Wahllokal entfielen 67 Stimmen auf Lena Saniye Güngör und 47 auf Kathleen Lützkendorf. Es gab vier ungültige Stimmzettel. 

Kurz nach 18 Uhr im Wahllokal in der Volkshochschule: Die Stimmzettel wurden ausgezählt. In diesem Wahllokal entfielen 67 Stimmen auf Lena Saniye Güngör und 47 auf Kathleen Lützkendorf. Es gab vier ungültige Stimmzettel. 

Foto: Michael Groß

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Man höre und staune: Die SPD kann noch Wahlen gewinnen. Auch wenn es nur auf Ortsteil-Ebene war: Der Jubel im SPD-Forum am Teichgraben war riesig, als am Sonntag gegen 19.30 Uhr auch der dritte Sieg eines Ortsteilbürgermeisters der Sozialdemokraten vermeldet war: Es war der Ortsteil, der als letzter ausgezählt war: Jena-West. Und der Sieger hieß Holger Becker, der auch der alte Ortsteilbürgermeister war und sich nun gegen seinen Herausforderer Jens Thomas (Linke) behaupten konnte.

Vorher freuten sich bei den Sozialdemokraten schon Volker Blumentritt in Neulobeda und Christoph Vietze in Jena-Nord über ihre Siege. Vietze konnte sogar die meisten Stimmen des Stichwahltages holen – fast 70 Prozent. Er hatte die Nase weit vorn vor seiner Gegenkandidatin Katharina Gnida (Linke). Auch Blumentritt machte mit knapp 60 Prozent in Neulobeda klar das Rennen vor Philipp Gliesing (Linke).

Überhaupt zeigten sich die Amtsinhaber, wo sie denn auch wieder angetreten waren, als unüberwindbar. Denn außer in Jena-Mitte, wo Kathleen Lützkendorf (Grüne) vor Lena Saniye Güngör (Linke) neue Ortsteilbürgermeisterin wurde, und Jena-Süd, wo Adam Schlüssler (Grüne) vor Stig Ludwig (SPD) gewann, behaupteten sich am Sonntag überall die bisherigen Amtsinhaber.

Zu ihnen gehört auch Rosa Maria Haschke. Sie ist zwar der CDU zugehörig und auch Stadträtin für diese Partei, wollte aber in Wenigenjena als Einzelkandidatin und nicht nur für eine Partei antreten. Das honorierten scheinbar die Bürger, so dass sie gegen Margret Franz (Grüne) als Siegerin durchs Ziel ging. Ebenso konnte sich Olaf Horn (parteilos) im Stadtteil Kernberge gegen Katharina Bracht (parteilos) durchsetzen.

Die SPD-Sieger machten vor allem ihre bürgernahe Arbeit als entscheidende Gründe für den Wahlausgang geltend. Man habe gezeigt, dass man für die Menschen im Ortsteil parteienübergreifend unterwegs gewesen sei. Nun komme es darauf an, auch weiterhin viele Menschen mitzunehmen. So verwies Vietze auf die großen Bauvorhaben im Nordviertel wie etwa am Singerweg, wo schon viel gestritten worden sei, aber man nun zu einer ausgewogenen Lösung kommen sollte. Für Becker in Jena-West gehe es unter anderem darum, den Bau eines weiteren Kindergartens und einer neuen Grundschule zu ermöglichen und am Jahnplatz eventuell die Leutra zu einem Teil zu überdecken, damit mehr Platz für Wohngebietsfeste entstehen könnte. In Neulobeda setzt Blumentritt vor allem große Hoffungen in den Bau einer Kaufhallenerweiterung am Allendeplatz. Aber auch Verkehrsprobleme wie am Musäusring und an der Novalisstraße wolle man lösen.

Die Stichwahlen in den sieben Ortsteilen seien gut verlaufen, sagte Stadtsprecher Kristian Philler. Es habe diesmal nicht wie beim ersten Wahlgang am 26. Mai lange Schlangen noch kurz vor Schluss gegeben. Auch der Mann, der am 26. Mai das Wahllokal verlassen habe, um zu rauchen und deshalb nicht mehr wählen konnte (wir berichteten), habe diesmal sein Wahlrecht voll wahrnehmen können. Zum einwandfreien Wahlverlauf haben nicht zuletzt die 720 Wahlhelfer beigetragen, die insgesamt am Pfingstsonntag im Einsatz gewesen seien.

Die Wahlbeteiligung lag im Gesamtdurchschnitt bei 27,6 Prozent. Wenigenjena war der Ausreißer. Dort hatte die Wahlbeteiligung einen Spitzenwert von 34,9 Prozent erreicht.

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