Straßenbau in Eichfeld wird zunächst um ein Jahr verschoben

Rudolstadt  Aufatmen bei den Anliegern der Hauptstraße in Eichfeld: Die geplante Straßenbaumaßnahme wird verschoben. Bürgermeister Jörg Reichl hat den Beschlussantrag im Stadtrat zurückgezogen.

Die Hauptstraße in Eichfeld: Der grundhafte Ausbau wird verschoben. Es gibt noch zu viel Redebedarf. Foto: Heike Enzian

Die Hauptstraße in Eichfeld: Der grundhafte Ausbau wird verschoben. Es gibt noch zu viel Redebedarf. Foto: Heike Enzian

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Soll die Haupt­straße im Rudolstädter Ortsteil Eichfeld saniert werden oder nicht? Und sollen die Anlieger dabei mit Straßenausbaubeiträgen bis zu 18 000 Euro belastet werden? Die Entscheidung darüber wurde den Stadträten am Donnerstag erspart.

Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) hat nach langem Hin und Her den Beschlussantrag von der Tagesordnung der Stadtratssitzung genommen. „Ich ziehe die Vorlage zurück. Eine Verschiebung in den Ausschuss macht keinen Sinn. Wir müssen uns die Zeit nehmen und gemeinsam nach einer verträg­lichen Lösung suchen. Der früheste Zeitpunkt, um hier zu einem Ergebnis zu kommen, ist im nächsten Jahr“, sagte er. An die Adresse der Anlieger gewandt ergänzte er: „Ich erwarte dann aber auch, dass nicht bei jeder Gelegenheit gefragt wird, wann die Straße endlich in Ordnung gebracht wird.“ Er appellierte an alle Beteiligten: „Lasst uns die nächsten Monate nutzen, vielleicht kriegen wir es hin, gemeinsam mit dem Wasserzweckverband und der EVR eine verträgliche Lösung zu finden. Rücken wir alle zusammen, denn irgendwann müssen wir eine Entscheidung treffen.“

In Eichfeld hat man die Entscheidung mit Erleichterung aufgenommen. Thomas Kirste nannte das Ergebnis „für uns zunächst zufriedenstellend. Es ist eine vernünftige Entscheidung, die uns Zeitgewinn bringt.“ Sollte man später eine Maßnahme planen, so gebe es jetzt die Chance, die Einwohner dabei rechtzeitig und umfassend mit ein­zubeziehen.

Dem Beschlussantrag, der einem „Zurück auf Null“ gleichkommt, voraus ging eine Debatte, in der vor allem die Sorgen der Anwohner ernst genommen wurden. Hubert Krawczyk (Linke) hatte eine Zurückweisung der Beschlussvorlage in den Wirtschaftsausschuss gefordert unter anderem mit der Begründung, das Straßenbauamt stärker in die Pflicht zu nehmen. Schließlich würde die Notwendigkeit des Straßenausbaus auch damit begründet, dass die Ortsdurchfahrt für den Fall von Bauarbeiten oder Havarien im Pörzbergtunnel als Umleitungsstrecke zur Verfügung steht.

Thomas Kirste hatte im Namen des Ortschaftsrates noch einmal auf die Konsequenzen für die Anlieger aufmerksam gemacht. „Man hat die Straße jahrelang auf Verschleiß gefahren, jetzt sollen die Bürger dafür bezahlen. Wir zweifeln die Notwendigkeit eines grundhaften Ausbaus an“, sagte er und richtete die Bitte an die Stadträte: „Ersparen sie den Anliegern in Eichfeld die Sorge um ihre Existenz.“ Namens des Ortschaftsrates forderte er, die Straße als Anliegerstraße und nicht als Hauptumleitungsstrecke zu klassifizieren. „Der teure grundhafte Ausbau ist eine Maßnahme, die wir nicht wollen und nicht brauchen.“

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