Thügida und Vielfalt-Verfechter treffen in Geras Stadtmitte aufeinander

Gera  Im Dauerregen harren Demonstranten bis zum Abend aus. Beide Seiten verzeichnen weniger Teilnehmer als angemeldet.

Für Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit stellten sich 54 junge Geraer dem ­Thügida-Aufmarsch entgegen. Foto: Christine Schimmel

Für Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit stellten sich 54 junge Geraer dem ­Thügida-Aufmarsch entgegen. Foto: Christine Schimmel

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Ein Aufgebot aus Landespolizeiinspektion Gera und unterstützenden Kräften der Thüringer Bereitschaftspolizei war vonnöten, um zwei am Samstag ab 15 Uhr stattfindende Demonstrationen in Geras Zentrum abzusichern. Auf der einen Seite demonstrierten Anhänger der Bürgerinitiative Thügida unter dem Motto „Damit Gera Heimat bleibt – Wir schaffen das!“ gegen eine „ferngesteuerte und nicht souveräne Politik“ in Deutschland. Angemeldet hatte die Kundgebung mit Marsch durch die Stadt David Köckert, NPD-Stadtrat aus Greiz. 176 Menschen, statt angemeldeten 300, folgten laut Polizeiangaben seinem Aufruf und zogen vom Johannisplatz über Breitscheidstraße und Puschkinplatz durchs Zentrum. 176 Thügida-Anhänger marschieren durch Geras Innenstadt

Auf der anderen Seite hatten sich unter dem Motto „Gera für Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit“ 54 Menschen, statt angemeldeter 300, im Kreuzungsbereich Heinrichstraße/Breitscheidstraße postiert, um mit einer Standkundgebung gegen Hass, Hetze und Verachtung zu protestieren. Der von Ernst-Dietrich Färber vom Kreisverband Gera der Piratenpartei initiierten Gegendemonstration waren vor allem junge Menschen gefolgt. „Wir wollen zeigen, dass wir da sind. Nach wie vor gibt es zwar den Runden Tisch gegen Rechts. Doch wir müssen bei solchen Veranstaltungen Gesicht zeigen“, meinte Färber und ärgerte sich über das Fernbleiben zahlreicher Stadträte, die die weltoffene Einstellung doch mit vertreten müssten.

Seiner Ansicht nach seien im Rückblick auf die Geschichte alle Städte erst durch Zuwanderung groß geworden. Auch Gera brauche also Einflüsse von außen. ­Der ­junge Geraer Johann-Jakob Porsch wollte trotz Dauerregen Flagge zeigen: „Wir stehen hier, für alle Menschen, die ohne Hass gegen Flüchtlinge und Andersdenkende sind“, sagte er.

Bei den Versammlungen wurde eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung sowie eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gegen einen Thügida-Teilnehmer gefertigt. Insgesamt verliefen die Demos störungsfrei, informierte die Polizei nach Be­endigung gegen 19 Uhr.

Alle Infos zum Protes gegen Thügida in Jena

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