Verkehrsbelastung durch Lastwagen: Bürgerinitiative Gefell am runden Tisch im Landratsamt

Schleiz  Lastwagen soll die Durchfahrt vermiest werden – unter anderem mit einer Maut auf der Strecke in Richtung Zollgrün.

Thomas Fügmann (v.l.), Jens Heynisch und Stefan Gruhner (alle CDU) am Runden Tisch mit Gegnern des Schwerlastverkehrs.

Thomas Fügmann (v.l.), Jens Heynisch und Stefan Gruhner (alle CDU) am Runden Tisch mit Gegnern des Schwerlastverkehrs.

Foto: Oliver Nowak

Die Bürgerinitiative Gefell hat sich am Montagabend zusammen mit Vertretern aus Gefeller Ortsteilen im Schleizer Landratsamt unter anderem mit Landrat Thomas Fügmann und dem Landtagsabgeordneten Stefan Gruhner (beide CDU) getroffen. Gemeinsam wollten sie beraten, wie die Verkehrsbelastung durch Lastwagen im Ort eingedämmt werden kann.

Dabei präsentierten die Bürger dem Landrat auch ihre Petition mit ihren Forderungen. Heute soll entschieden werden, ob es durch die Petition zu einer öffentlichen Anhörung kommt, oder ob sie intern in der Landesverwaltung weiter behandelt werden soll. Stefan Gruhner ­bemerkte, dass eine öffentliche Anhörung zu der Petition die beste Möglichkeit sei, etwas zu erreichen. Denn bei der öffent­lichen Anhörung seien alle ­Ebenen, die in der Thematik Entscheidungen treffen können, anwesend. Diese gilt es dann auf Lösungen festzunageln.

Bis zu einer möglichen Aufnahme einer Umgehungsstraße in den Bundesverkehrswegeplan ab 2030 wollen die Schwerlastverkehr-Gegner nicht warten. Deshalb möchten sie ein Nachtfahrverbot und eine Tonnagebegrenzung erreichen. Und dass eine Maut auf der Strecke in Richtung Zollgrün erhoben wird. Dies, so Fügmann, könne ein Landrat nicht entscheiden. Die dafür nötigen Menschen säßen in Erfurt und Berlin. Er werde aber einen Brief an das Verkehrsministerium schreiben, in dem er um die Mautpflicht auf der Strecke bitten wird. Außerdem wolle sich Fügmann dafür einsetzen, dass ein Fußgängerüberweg oder eine Ampel geschaffen wird.

Das, so die Schwerlastverkehr-Gegner, sei eine von unterschiedlichen Möglichkeiten, die Durchfahrt durch Gefell für Lastwagen unattraktiv zu machen. Eine weitere Option wäre, insbesondere an den Engstellen Leitplanken oder Geländer an den Bürgersteig anzubringen. Damit würde auch das Überfahren der Bürgersteige durch die Lastwagen vorbei sein.

Eine Pressemitteilung vom AfD-Gebietsverband Saale-Orla mit genau den gleichen Forderungen erreichte die OTZ-Redaktion in Schleiz am Folgetag. Zusätzlich fordert AfD-Sprecher Uwe Thrum aber auch noch stärkere Kontrolltätigkeiten des Bundesamtes für Güterverkehr im Bereich der Bundesstraße 2 und eine Streckenradar-Anlage zwischen Gefell und Heinrichsruh. Dabei verweist er darauf, dass Lastwagen außerhalb geschlossener Ortschaften nur mit 60 Kilometern pro Stunde fahren dürfen. Eine Streckenradaranlage misst die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge und macht beim Einfahren in den überwachten Abschnitt und beim Verlassen des Abschnitts ein Foto.

Interessant an der Forderung nach einer Streckenradar-Anlage ist der Umstand, dass die erste solche Anlage gerade erst als Pilotprojekt kurz vor dem Jahreswechsel in Niedersachsen in Betrieb genommen wurde. Dies hat unter anderem wegen des technischen Aufwandes und Bedenken beim Datenschutz mehr als drei Jahre gedauert, die Testphase soll bis Juni 2020 gehen. Dabei handelt es sich bei dem in Niedersachsen betreffenden Streckenabschnitt um einen 2,2 Kilometer langen Teil der Bundesstraße 6 bei Laatzen. Die Bundesstraße ist in dem Bereich vierspurig ausgebaut und nahezu schnurgerade – im Gegensatz zur Landesstraße zwischen Gefell und Schleiz, die noch mehrere Abzweigungen besitzt.

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