Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück lässt Crispendorf gen Schleiz ziehen

Krölpa/Ranis/Ziegenrück  Ein Austritt von Ranis wäre hingegen nicht verkraftbar, sagt der VG-Vorsitzende Sebastian Walch

Die Crispendorfer – im Hintergrund das Feuerwehrgeräte- und Gemeindehaus – blicken ab 1. Januar 2019 gen Schleiz.

Die Crispendorfer – im Hintergrund das Feuerwehrgeräte- und Gemeindehaus – blicken ab 1. Januar 2019 gen Schleiz.

Foto: Peter Michaelis

Die Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück entlässt die Gemeinde Crispendorf aus ihrem Verbund. Die Gemeinschaftsversammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung in Krölpa den VG-Vorsitzenden Sebastian Walch zur entsprechenden „Auseinandersetzung“ mit der Stadt Schleiz ermächtigt, derer sich Crispendorf anschließen will.

Diese Entscheidung wurde diskussionslos und mehrheitlich bei zwei Nein-Stimmen getroffen. Dagegen waren nur die beiden Crispendorfer (André Grau, Marc Klethe) in der VG-Versammlung, was zumindest ­Sebastian Walch in dieser Phase der Entwicklung nicht verstanden hat, wie er nach der Sitzung einräumte.

Es war wohl auch die letzte VG-Versammlung mit Crispendorfer Beteiligung, soll doch die Gemeinde mit dem Jahres­wechsel Ortsteil der Kreisstadt werden. Amtlich wird alles durch das Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019, das der Landtag im Dezember beschließen soll.

Nach vereinzelten Irritationen im Vorfeld klärte Sebastian Walch auf, dass die „Auseinandersetzung“ mit Schleiz keinen Streit oder Schlimmeres bedeute. Dieser Begriff beschreibe in diesem Fall lediglich die Summe der notwendigen Formalitäten.

Im Detail gebe es zwischen der Kreisstadt und der Verwaltungsgemeinschaft zwar noch keinen Vertrag, es sei aber „alles schon vorbesprochen“, so Sebastian Walch. „Wir saßen oft genug zusammen, das kann jetzt ganz schnell gehen.“

Der Crispendorfer Austritt aus dem VG-Verbund sei verkraftbar, erklärte der VG-Vorsitzende auf Nachfrage. Mit den Ortsteilen Dörflas und Erkmannsdorf zählte die Gemeinde Crispendorf am 31. Dezember 2017 amtlich 377 Einwohner – das sind rund fünf Prozent der Menschen in der Verwaltungsgemeinschaft. Ganz anders sähe es im Fall des im Raum stehenden Austritts von Ranis beziehungsweise des von der Burgstadt gewünschten Anschlusses an Pößneck aus, denn da würde fast ein Viertel der Einwohnerzahl verloren gehen, wodurch die VG weder finanzierbar noch arbeitsfähig sein würde. Denn während die VG mit dem ­Crispendorfer Austritt eine halbe Stelle beziehungsweise eine Mitarbeiterin an die Stadt Schleiz abtritt, müssten an die Stadt Pößneck vier der übrig bleibenden 16,5 Stellen abgegeben werden, wodurch eine vernünftige Aufgabenerfüllung für die restlichen VG-Gemeinden kaum noch möglich wäre, wie Sebastian Walch darlegte.

Die Verwaltungsgemeinschaft Ranis-Ziegenrück wurde 1995 gegründet und Crispendorf war von Anfang an dabei. Seit 2014, als sich Krölpa anschloss, zählt die VG zwölf Mitglieder: Crispendorf, Eßbach, Gössitz, Keila, Krölpa, Moxa, Paska, Peuschen, Ranis, Schmorda, Schöndorf, Seisla, Wilhelmsdorf, Ziegenrück.

Weitere Informationen unter www.vg-ranis-ziegenrueck.de