Vor den Debatten in Erfurt an der Fortuna-Kreuzung umgeschaut

Weida  Grünen-Landtagsabgeordnete Babett Pfefferlein sitzt im Petitionsausschuss, der im Mai zu Anhörung über den geforderten Kreisverkehr einlädt

Die Grünen Babett Pfefferlein und Matthias Schlegel an der Fortuna-Kreuzung .

Die Grünen Babett Pfefferlein und Matthias Schlegel an der Fortuna-Kreuzung .

Foto: Marcel Hilbert

Sie wollten sich selbst die Gegebenheiten anschauen, bevor das Thema in den Ausschüssen des Landtages diskutiert wird. Deshalb ließen sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Babett Pfefferlein und ihr Parteikollege und Referent für Infrastruktur und Landwirtschaft, Matthias Schlegel gestern die Fortuna-Kreuzung nahe Weida zeigen.

Die Weidaer Stadtratsmitglieder Doris Smieskol und Robert Bankwitz (beide SPD/Grüne/ Pro Kommune) sowie Ines Zipfel (Linke) sahen in dem Besuch gleichzeitig die Würdigung und Unterstützung der Petition des Wünschendorfers Lucas Biegel. Er hatte nach einem tragischen Unfall mit zwei Toten rund 2600 digitale und handschriftliche Unterschriften für seine Forderung gesammelt, die Kreuzung zeitnah mit einem Kreisverkehr zu entschärfen. Am 16. Mai , 16 Uhr, gibt es dazu eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss, dem Babett Pfefferlein angehört. „Es ist wichtig, dass viele zur Anhörung kommen, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen“, wirbt die Grüne, laut der ein fraktionsübergreifendes Interesse an einer Lösung besteht. Zuletzt hatte auch CDU-Politiker Volker Emde namens seiner Fraktion die Forderung nach einem Kreisverkehr bekräftigt und die Unterstützung der Petition zugesagt.

Wie die Lösung letztlich aussieht und vor allem, wann sie kommt, kann Pfefferlein aber nicht sagen. „Gerade bei Straßen ist häufig das Problem der Zuständigkeiten“, sagt sie und erklärt, dass auch der Petitionsausschuss am Ende nur eine Empfehlung abgeben kann. Diese Empfehlungen seien in der Regel sehr an Einigungen und Kompromissen interessiert.

Fachliche Einschätzungen soll der Verkehrsausschuss liefern, der laut Matthias Schlegel bereits am morgigen Donnerstag tagt und nicht zum ersten mal die Petition zum Thema hat.

Robert Bankwitz bat die Landespolitiker, in ihre Argumente auch einen sogenannten „Minikreisel“ mit überfahrbarer Mittelinsel als Übergangslösung aufzunehmen. Sicher weiß auch er, dass eine größere Straßenbaumaßnahme nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Die im vorigen Jahr vom Straßenbauamt vorgestellte langfristige Lösung mit einem Brückenbauwerk für die Hauptader B92 und Schleifenrampen als Abfahrten, sieht Bankwitz skeptisch. „Natürlich kann man eine Maßnahme auch so sehr aufblähen, dass sie nie etwas wird“, sagt er. Doris Smieskol verweist auf den Kreisverkehr an der Liebschwitzer Brücke, der zeige, dass es geht, wenn man will. „Der Verkehr ist dort grundsätzlich kein anderer als an der Fortuna.“ Unverständnis zeigt sie darüber, dass ein grundsätzliches Bekenntnis des Kreistages zum Fortuna-Kreisel, unabhängig von dessen fehlender Zuständigkeit, zuletzt nicht zustande kam, „nur weil der Antrag von der falschen Fraktion gestellt wurde“. Umso größere Hoffnungensetzen sie und alle Befürworter des Kreisverkehrs nun in die Anhörung vor dem Petitionsausschuss.

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