Zu wenig Personal: Feuerwehr strafft Struktur und will Millionen sparen

Saalfeld/Rudolstadt  Das neue Gefahrenabwehrkonzept sieht erhebliche Strukturänderungen vor – und Einsparungen von drei Millionen Euro

Die Löschgruppe aus Breitenheerda freut sich über den neuen Mannschaftstransportwagen, der am Wochenende übergeben wurde und einen alten Robur LO ersetzt. Mit schwindendem Personal wird es immer wichtiger, Feuerwehrleute von A nach B zu bringen. Foto: Norbert Kleinteich

Die Löschgruppe aus Breitenheerda freut sich über den neuen Mannschaftstransportwagen, der am Wochenende übergeben wurde und einen alten Robur LO ersetzt. Mit schwindendem Personal wird es immer wichtiger, Feuerwehrleute von A nach B zu bringen. Foto: Norbert Kleinteich

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Es ist 37 Seiten lang und voller Brisanz: Am 8. November soll das aktualisierte "Gefahrenabwehrkonzept 2022" für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Kreistag beschlossen werden. Das grundsätzliche Motto: Weniger machen mehr. "Wegen der immer schlechter werdenden personellen Situation wird grundsätzlich darauf abgestellt, MTW (Mannschaftstransportwagen) und GW-N (Gerätewagen Nachschub) stufenorientiert in den jeweiligen Alarm- und Ausrückeordnungen der Städte und Gemeinden zusätzlich als Personalzubringer aufzunehmen", heißt es in den Ausführungen zum Bereich Feuerwehr.

Soll heißen: Weil viele Fahrzeuge der Stützpunktfeuerwehren vor allem tagsüber unterbesetzt ausrücken, stationiert man an anderen Standorten Mannschaftstransportwagen und Pick-Ups, die bei Großbränden zusätzliches Personal zuführen sollen. Deshalb würden nunmehr die Gliederungen der Stützpunktfeuerwehren an die neuen und erforderlichen Vorhaltungen der jeweiligen Standorte angepasst, heißt es in dem Entwurf, der am Montag im Kreisausschuss durch Kreisbrandinspektor Frank Thomzyk kurz vorgestellt wurde. Dies sei erforderlich, "weil ein Bereich tatsächlich zu groß bemessen war und damit die vorgeschriebene Einsatzgrundzeit nicht erreichbar gestaltet werden konnte". Außerdem galt es zu vermeiden, mehrfach Standorte von gleicher Technik in den Stützpunktfeuerwehren vorzuhalten, da dies nicht immer förderfähig sei. Auch wenn damit personell stabile Standorte entfielen, so könnten diese doch die Einsatzgrundzeiten nicht immer sichern.

Es sei darum nicht vermeidbar, einzelne Standorte aufzugeben oder neue hinzuzuziehen. Umsetzungen würden nur im unbedingt notwendigen Maße vorgenommen, ließen sich aber nicht gänzlich ausschließen. Unterm Strich soll es sechs statt bisher fünf Stützpunktfeuerwehren geben.

Weniger Zentralen und Stützpunkte

Die Zahl der Feuerwehreinsatzzentralen soll von 14 auf zwölf reduziert werden. Mit Umstellung zum Digitalfunk werde es erforderlich, die Struktur der Feuerwehreinsatzzentralen an die Rechtslage anzupassen, da die Förderung der Digitalfunktechnik an die Erfordernisse der Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung angepasst ist, heißt es in dem Papier. Und weiter: "Demnach können im Landkreis nur noch sechs Feuerwehreinsatzzentralen nach dem Abschluss der Umstellung auf Digitalfunk und Beendigung des Parallelbetriebes fortgeführt werden. Der Landkreis wird die Standorte nach Prüfung durch eine Arbeitsgruppe der betreffenden Stützpunktfeuerwehren präzisieren." Voraussichtlich sollen neben Großkochberg und Leutnitz auch Saalfeld, Uhlstädt, Rudolstadt, Bad Blankenburg, Kleingeschwenda/A.. und Probstzella wegfallen.

Neu in diesem Konzept ist die Einsparung des geplanten Einsatzleitwagens 2 (ELW 2) am Standort Saalfeld, der vorzuhaltende ELW 1 am Standort Bad Blankenburg und aus dem Abrollbehälter Besprechung/Betreuung wird der Abrollbehälter Einsatzleitung.

Damit entfallen etwa 600 000 Euro Beschaffungskosten für den ELW 2 und 190 000 Euro für den ELW 1. Andererseits würden etwa 350 000 Euro für den AB Einsatzleitung fällig, welche hälftig durch das Land gefördert werden. Weitere Einsparungen gegenüber den bisherigen Planungen, die sich auf fast drei Millionen Euro summieren, entstehen durch den Verzicht auf die Beschaffung neuer Tanklöschfahrzeuge für die Standorte Dorfilm (bekommt das alte TLF aus Uhlstädt) und Schmiedefeld (wird durch Kleingeschwenda mit abgedeckt). In Saalfeld fallen zwei HLF 20 weg, Gerätewagen in Oberweißach, Saalfeld, Lichte und Remschütz.