Zuviel Zink in der Elster

Thüringens Seen und Flüsse weisen neben anderen Schadstoffen immer noch eine hohe Phosphatbelastung auf. Erhöhte Zink-Werte und andere Belastungen wurden auch in Loquitz, Sormitz und Orla nachgewiesen.

Die Weiße Elster bei Gera Ende Februar

Die Weiße Elster bei Gera Ende Februar

Foto: zgt

Jena. „Wir haben es immer noch mit einer nahezu flächendeckenden Phosphatbelastung zu tun“, sagte Frank Nixdorf, Referent Gewässergüte bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), gestern am Rande einer Fachtagung zur gewässerschonenden Landwirtschaft in Jena.

95 Prozent aller Thüringer Oberflächengewässer genügen derzeit immer noch nicht den Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Ökologisch im grünen Bereich sind bei den Flüssen nur die Untere und Mittlere Schwarza sowie die Wilde Gera. Sowohl beim Fischbesatz als auch bei der Vielfalt wirbelloser Tiere oder beim Algen-Zustand landen viele der 100 Fließ- und zwölf Standgewässer in den Kategorien „unbefriedigend“ oder „schlecht“. Grund: Nach wie vor ist der Schadstoffeintrag durch die Landwirtschaft aber auch die Industrie gegeben. Dies geht aus dem Anhörungsbericht 2009 zu Thüringer Flüssen, Seen und Grundwasser hervor. So sind für den hohen Phosphoreintrag Abwassereinleitungen und die Erosion von Ackerböden verantwortlich.

In Ostthüringen beispielsweise wurden in den sogenannten Oberflächenwasserkörpern Obere und Untere Loquitz, Sormitz sowie Wispe-Gessenbach Überschreitungen bei Kupfer festgestellt. In der Sormitz befindet sich zudem zu viel Arsen. Die Weiße Elster ist von Göltzsch bis Seilersbach, die Untere und Obere Loquitz, die Sormitz und die Untere Orla mit Zink belastet. Sogenanntes Dibutylzinn, das zur Stabilität für PVC eingesetzt wird, findet sich in der Weißen Elster von Göltzsch bis Seilersbach. Zudem fanden sich in Ostthüringen erhöhte Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln in Flüssen und Bächen. Bentazon wurde in der Auma und Oberen Orla nachgewiesen, erhöhte Werte von Mecoprop fanden sich in der Brahme.

Nach den Ankündigungen von Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) will der Freistaat bis 2015 insgesamt 400 Millionen Euro in die Verbesserung der Gewässergüte investieren. 1200 Einzelmaßnahmen sollen in den kommenden sechs Jahren umgesetzt werden.

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