Raubüberfall auf der Sorge in Gera: Das sagen die Täter

Gera.  Mit vorgehaltenem Messer haben zwei Männer einen Raubüberfall auf der Sorge in Gera begangen. Nun hat der Prozess gegen sie begonnen.

Angeklagt sind zwei Männer.

Angeklagt sind zwei Männer.

Foto: Tino Zippel

Am Landgericht Gera hat am Dienstag ein Prozess gegen zwei junge Männer begonnen. Sie sind angeklagt, weil sie einen Mann vor einer Bankfiliale im Stadtzentrum von Gera überfallen und dabei 100 Euro erbeutet haben.

„Geld her oder ich stech‘ Dich ab“

Laut Staatsanwaltschaft beobachteten die beiden Angeklagten am 22. Mai 2020 die Kunden, die Geld am Automaten in der Sorge abgehoben haben. Einen Mann bedrohten sie mit einem Messer mit neun Zentimeter Klingenlänge und forderten die Herausgabe des Geldes: „Geld her oder ich stech‘ Dich ab“, soll der heute 20 Jahre alte Angeklagte gesagt haben, bevor der 21-Jährige dem Mann 100 Euro abnahm. Die Täter forderten, der Mann solle mehr Geld abheben. Doch dem Überfallenen gelang die Flucht in Richtung eines Polizeiautos.

Die beiden Angeklagten räumen die Taten zum Prozessauftakt ein. Der jüngere Angeklagte berichtet, dass er an dem Tag eine Flasche Schnaps getrunken habe. Er wollte mit dem Bekannten Nachschub bei einem 24 Stunden lang geöffneten Supermarkt holen. Spontan sei er auf dem Weg dorthin auf den Mann zugestürmt. Genaue Erinnerungen habe er nicht mehr.

Älterer Angeklagter mit 2,57 Promille Alkohol im Blut

Der zweite Angeklagte sagt, er sei kurz austreten gewesen, als er gesehen habe, wie der Mitangeklagte den Mann bedroht habe. Er sei dazu geeilt, könne sich aber erst wieder an seine Festnahme am gleichen Abend erinnern – er hatte bei dem Test 2,57 Promille Alkohol im Blut. Der zweite Täter ging der Polizei am Tag darauf ins Netz.

Der jüngere Angeklagte hat zudem gestanden, in eine Wohnung eingebrochen zu sein. Er habe dort einen Monat zuvor genächtigt. Sein Bekannter habe seinen Rucksack nicht mehr rausrücken wollen. Er habe täglich ein bis zwei Gramm Crystal konsumiert und Alkohol getrunken. Für den Mann kommt noch die Anwendung von Jugendstrafrecht in Betracht. Der ältere Angeklagte wird nach Erwachsenenstrafrecht behandelt. Die Mindeststrafe für einen bewaffneten Raubüberfall liegt für ihn bei fünf Jahren Haft.

Beide Angeklagte sitzen in Untersuchungshaft.