Altenburger Land. Bauernhaus des Jahres im Altenburger Land: Thüringens Vierseithöfe im Rampenlicht – ihr Erhalt als kulturelle Mission.

  • Altenburger Vierseithof: Bauernhaus 2024.
  • Kulturevent macht auf Bauernhäuser aufmerksam.
  • Baukultur in Gefahr: Thüringens Erbe.

Kulturevent in Ostthüringen: die Festveranstaltung „Altenburger Vierseithof als Bauernhaus des Jahres 2024“ am Sonntag in Lehma war ein echter Höhepunkt. Im Mittelpunkt nicht nur der Altenburger Vierseithof als Bauernhaus des Jahres 2024 in Thüringen, sondern auch der historische Vierseithof von Sandra und Christian Klau im Trebener Ortsteil Lehma, wo der Festakt stattfand.

Schützenswertes Kulturgut Vierseithof

Martin Burkhardt, Chef des Vereines Altenburger Vierseithöfe, ging bei dieser Gelegenheit ausführlich auf die Arbeit und das Ziel seiner Mitstreiter ein. Denn: „Heute wird nicht nur der schöne Bauernhof der Familie Klau hier in Lehma zum Bauernhaus des Jahres proklamiert, sondern allgemein der Altenburger Vierseithof als regionaler Bautyp rings um die Residenzstadt Altenburg. Von denen gibt es nur noch 650 erhaltene von ehemals 2000“, machte er klar.

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Wir erhoffen uns eine Würdigung der Altenburger Vierseithöfe, der enormen Aufbauleistung unserer Vorfahren und der Qualitätsarbeit der Handwerksmeister.
Martin Burkhardt, Chef des Vereines Altenburger Vierseithöfe

Diese Festveranstaltung sollte deshalb auf den kulturhistorischen Wert und die Schutzbedürftigkeit dieses baulichen Erbes aufmerksam machen, das die Dörfer im Osten Thüringens auf so einzigartige Weise prägt. „Mit der deutschlandweiten Würdigung der Altenburger Vierseithöfe erhoffen wir uns eine Sensibilisierung für das gebaute Gedächtnis unserer Region, für die enorme Aufbauleistung unserer Vorfahren und für die Qualitätsarbeit der Handwerksmeister“, betonte Vereinschef Burkhardt.

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Ländliche Baukultur steht auf dem Spiel

Die Festgäste erfuhren bei dieser Gelegenheit außerdem, dass überall in Deutschland erhaltenswerte historische Gebäude in besorgniserregender Zahl unsachgemäß umgebaut und abgerissen werden und so die ländliche Baukultur auf dem Spiel stünde. Eine echte Blütezeit erlebte indes der Altenburger Vierseithof gegen Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. Er zeugt vom einstigen Wohlstand der Altenburger Bauern, die auf nährstoffreichen Lössböden reiche Erträge erwirtschafteten.

Den Gästen freute bei Speise und Trank allein schon das Bauernhofambiente. Blick in den Vierseithof der Familie Klau in Lehma. 
Den Gästen freute bei Speise und Trank allein schon das Bauernhofambiente. Blick in den Vierseithof der Familie Klau in Lehma.  © Funke Medien Thüringen | Wolfgang Riedel

Schirmherrin Susanna Karawanskij, Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, stellte unter anderem die Frage in den Raum: „Wie können wir unsere ländliche Baukultur erhalten, die uns alle angeht?“ Für eine imposante Einlage sorgte indes Vereinsfreund Andreas Klöppel, der mit einem Auszug aus Karl May‘s Roman „Der Schatz im Silbersee“ den aus Langenleuba-Niederhain stammenden Trapper „Tante Troll“ vorstellte, der im Roman von einem Bezug zu einem Vierseithof im Altenburger Land kündet. „Tante Troll“ verkörperte unter dem Beifall der Festgäste ganz illuster in Trapperkleidung der Altenburger Pfadfinder Oliver Grimm. Hofinhaber Christian Klau erinnerte indes in Bauerntracht und hohen Stiefeln an den Bezug der Altenburger Bauerntracht zur spanischen Hofmode.

Hofinhaber haben keinen direkten Gewinn

Vereinsfreund Frank Quaas aus Burkersdorf bei Schmölln besitzt auch einen denkmalgeschützten Bauernhof und freute sich über die aktuelle Würdigung der langjährigen Vereinsarbeit und betonte zudem die Notwendigkeit, den Hofeigentümern die Chance der Nutzung der Gebäude zu bieten. Er sagt: „Wir stecken in den Erhalt der geschichtsträchtigen Hofgebäude viel Geld und Fleiß, aber haben außer den vielen Schaufreudigen keinen direkten Gewinn.“ Letztlich aber wollen die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. und der Altenburger Bauernhöfe e.V. davon überzeugen, dass eine zukunftsfähige Entwicklung des ländlichen Raums nicht ohne die Bewahrung und Belebung des historischen Baubestands auskommt.

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