AfD: Waldbestattung sollte auch in Gera möglich sein

Gera.  Die AfD ist mit einer Antwort der Geraer Stadtverwaltung zum Thema Waldbestattung unzufrieden.

Geht es nach der AfD, sollen in Gera auch Waldbestattungen möglich sein.

Geht es nach der AfD, sollen in Gera auch Waldbestattungen möglich sein.

Foto: Symbolbild: Jens Büttner / dpa

Die AfD-Fraktion spricht sich für die Möglichkeit der Waldbestattung aus und reichte am 20. August einen Antrag zur Prüfung bei der Stadt Gera ein. „Die Stadtverwaltung übersandte uns am 4. September das Antwortschreiben, welches aus unserer Sicht nur teilweise richtig ist, einiges falsch darstellt und vor allem zusätzlich positive Aspekte für alle Seiten verschweigt“, teilte die AfD in einer Presseinformation mit.

Die Stadt verweise darin auf bereits erlaubte Baumbestattungen in Gera. Die AfD argumentiert: „Baumbestattungen haben nur sehr entfernt etwas mit Waldbestattungen zu tun und gehen uns nicht weit genug.“ Und weiter: „Entgegen der Meinung der Stadtverwaltung ist bei einem Bestattungswald mitnichten von einem ‘erheblichen personellen und finanziellem Mehraufwand’ auszugehen.“

Ebenso habe die Stadt keine Sorge für Zuwegungen, Winterdienst oder Barrierefreiheit zu tragen. „Es ist ein Wald, der lediglich durch schlichte Beschilderung als Grabstätte ausgewiesen ist. Auch für die Bestatter sehen wir keinen Mehraufwand. Bestattung ist Bestattung. Wo die Trauerfeierlichkeit im Stadt- oder Bundesgebiet stattfindet, ist völlig irrelevant.“

Ruhe und Abgeschiedenheit als Vorzüge

Die Kosten dafür seien im Bestattungswald deutlich niedriger als auf den Friedhöfen. „Die angesprochene mangelnde Auslastung der örtlichen Friedhöfe ist auch nicht dem Rückgang der Sterbezahlen anzurechnen, sondern einer Zunahme an Urnengräbern, deren Anteil bei bundesweit 70 Prozent liegt (2019), Tendenz steigend“, informiert die Fraktion. Ein Bestattungs-Wald befinde sich lediglich auf kommunalem Grund. „Betreiber sind aktuell zumeist Firmen wie die FriedWald GmbH... Es spricht natürlich nichts dagegen, dies in kommunaler Hand zu belassen“, so die AfD.

Sinn und Zweck der immer mehr gewünschten Bestattungsform sei die Ruhe und Abgeschiedenheit und der Einklang mit der Natur in all ihrer Schönheit. „Laut FriedWald und einem Betreiber von drei Waldfriedhöfen in Sachsen ist nicht davon auszugehen, dass Förster diese Bestattungsform negativ sehen, da das Ökosystem Wald hierbei aufgewertet wird“, schreibt die AfD.

„Wir haben den Eindruck, dass hier grundlos und voreingenommen Scheinargumente vorgebracht werden, ohne sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben“, kritisiert die Fraktion. Sie will am Thema dran bleiben.