Am 11. August ist Bauhaus-Tag in Gera

Gera  Wie sich eine Idee aus dem Frühjahr zu einer Großveranstaltung entwickelt hat

Von rechts: Heinz Roeske, Stadtsprecherin Melanie Siebelist, Alexandra Poppe (Kulturfabrik Eisenberg), dahinter die Mitinitiatoren Jana Vonarb und Ingo Süß, Eisenbergs Bürgermeister Michael Kieslich, Arcaden-Chef Rolf Wernicke und Fotograf Tony Matysik.

Von rechts: Heinz Roeske, Stadtsprecherin Melanie Siebelist, Alexandra Poppe (Kulturfabrik Eisenberg), dahinter die Mitinitiatoren Jana Vonarb und Ingo Süß, Eisenbergs Bürgermeister Michael Kieslich, Arcaden-Chef Rolf Wernicke und Fotograf Tony Matysik.

Foto: Marcel Hilbert

Vielen Geraern ist Heinz Roeske wohl vor allem als quirliger Videoreporter „Heinz unterwegs“ bekannt. Im Hauptberuf ist der 57-jährige Geraer jedoch im Tourismus beschäftigt, unter anderem im Schnitt bei etwa 25 Tourismusmessen im Jahr unterwegs. Es war auf einer dieser Messen, da sei ihm zum wiederholten Mal negativ aufgefallen: Bauhaus-Jahr 2019, das sind in der Wahrnehmung Weimar und Dessau. „Dort wurde studiert, in Gera wurde gebaut“, sagt Roeske: „Bauhaus und Gera werden überregional nicht in Verbindung gebracht.“

Unter diesem Eindruck entwickelte er zusammen mit Jana Vonarb, Frau des Geraer Oberbürgermeisters, und dem Geraer Unternehmer Ingo Süß, mit denen er befreundet ist, im Frühjahr die Idee, die sich inzwischen so ein wenig verselbstständigt hat: ein zentraler Tag im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums in Gera, der auch die breite Bevölkerung ansprechen soll. Der Bauhaus-Tag war geboren.

Inzwischen ist die Privatinitiative zur Großveranstaltung gewachsen, die von der Stadt unterstützt und unter Schirmherrschaft von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 11. August sowohl die Geraer als auch überregionale Gäste in den Bauhaus-Bann ziehen soll. „Ich hätte nie gedacht, dass die Sache so große wird“, meint Roeske.

Der Termin, ein Sonntag in den Ferien, wird mit zwei Veranstaltungen im Vorfeld flankiert.

Zunächst wird am 27. Juli in den Gera Arcaden eine Fotoausstellung mit Bildern des Geraers Tony Matysik eröffnet, der die Stationen des Bauhaus-Tages fotografisch in Szene setzte und so Appetit auf einen Besuch machen möchte. Am Vorabend des Bauhaus-Tags lädt die Quisisana in der De-Smit-Straße zur Zeitreise in die Zwanziger Jahre ein. Gern im passendem Stil gekleidet dürfen Gäste mit der Tanzschule Paunack Charleston tanzen und die Musik des „Fleck-Sauer-Ensembles“ zu erleben. Der Eintritt dazu ist frei.

Der Bauhaus-Tag selbst wird 10 Uhr auf dem Geraer Markt eröffnet. Der wird auch zentraler Punkt des Tages mit Aktionen und Unterhaltung für die ganze Familie. Hier präsentieren sich viele Unterstützer, die von der Idee und dem Enthusiasmus der Initiatoren infiziert worden.

Unter anderem ist der Kunstverein Gera dabei, aber auch die Stadt Eisenberg gemeinsam mit dem Verein Kulturfabrik Eisenberg und der Klavierfabrik Steinberg. Das Festival „Eisenberg spielt Klavier“ wird vorgestellt, mit einer Einlage zweier „Extrempianisten“, die auf Stelzen ein Klavier in luftiger Höhe spielen, oder der Möglichkeit, ein Klavier in Bauhaus-Farben anzumalen. Cartoonist Christian Habicht wird auch dabei sein.

Nicht nur auf diese Kooperation ist Heinz ­Roeske stolz, auch darauf, dass sich der Tourismusverband des Weimarer Landes auf dem Markt präsentiert, und der für die Saale-Unstrut-Region vor Haus Schulenburg. Die Villa in der Straße des Friedens ist auch eine der Stationen, die individuell oder mit den extra organisierten Bussen erkundet werden können. Von der Heinrichstraße fahren die Busse in regelmäßigen Abständen alle Stationen des Tages einschließlich Markt an, im „Hop on Hop off“-Verfahren können sich die Besucher so viel Zeit wie sie wollen an den einzelnen Stationen lassen, ehe sie mit einem der nächsten Busse das nächste Ziel ansteuern. An sieben Bauten aus der Bauhauszeit warten die Geraer Gästeführer, die Interessierte durch einige davon auch hindurchführen. Dazu gehören der Golde-Bau (Ex-Marktkauf), die Wohnanlage Uhlstraße, das Fabrikgebäude Schulenburg & Bessler, die Schaefer-Klinik, Haus Mayer in der Julius-Sturm-Straße und das Sparkassen-Haupthaus in der Schloßstraße.

Daneben können drei Ausstellungen zum Bauhaus besichtigt werden: Jene zu Thilo Schoder im Museum für Angewandte Kunst, jene im Kulturzentrum Häselburg und die Fotoausstellung in den ansonsten an dem Tag geschlossenen Arcaden.

Die Ausstellungsbesuche, die Führungen an und in den Gebäuden sowie der ganztägige Bustransfer – all das ist im Tagespreis von 3 Euro enthalten. Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Bändchen gibt es seit gestern im Vorverkauf in den Gera-Arcaden und der Gera-Info am Markt sowie am Bauhaus-Tag an jeder der Stationen. Mit Bändchen ermäßigt sich zudem der Besuch der Ausstellungen in Haus Schulenburg auf 4 Euro. Das Außengelände kann kostenlos erkundet werden.

Wer will, kann sich ab 10.30 Uhr am Markt auch der Bauhaus-Radtour mit dem Radfahrerklub Solidarität anschließen.

Bauhaus-Tag, 11. August, 10 bis 16 Uhr, Eröffnung auf dem Markt, Details zum Programm: www.bauhaustag-gera.de

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