Angekommen im Caaschwitzer Glockenweg

Kristina Schärf und Thomas Danowski und ihre Kinder gehören zu den sieben Familien, die 2020 ihr Haus in Caaschwitz bezogen

Thomas Danowski und Kristina Schärf haben mit den Kindern Lara und Max im Februar 2020 ihr Haus in Caaschwitz bezogen.

Thomas Danowski und Kristina Schärf haben mit den Kindern Lara und Max im Februar 2020 ihr Haus in Caaschwitz bezogen.

Foto: Sylvia Eigenrauch

Caaschwitz. „Wir sind gefühlt genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen“, sagt Thomas Danowski (34), der mit seiner Familie das erste Weihnachtsfest in Caaschwitz im neuen Haus gefeiert hat. Ursprünglich wollten die jungen Leute ein Haus kaufen.

Doch in Bad Köstritz, dem Heimatort seiner Frau Kristina Schärf, wurden sie nicht fündig. Auf der weiteren Suche entdeckten sie die freien Bauplätze in Caaschwitz und entschieden sich zum Neubau. Die 34-Jährige erzählt, dass ihr der Ort nicht fremd ist. Mit Caaschwitzern sei sie in die Schule gegangen und hierher schon zu Dorffesten gekommen. Im Februar 2020 zog das Paar mit seinen beiden Kindern in die eigenen vier Wände. Damit gehören sie zu einer der sieben Familien, die in diesem Jahr Caaschwitzer wurden und mit ihren Häusern das Wohngebiet bis auf den letzten Bauplatz füllten.

Das Bauen im Wohngebiet startete 1993

1993 begann das Bauen auf den vier Hektar links und rechts der Allee, die seit zwei Jahren eine Lindenallee ist. „Nach dem Hochwasser 2013 haben wir fast vier Jahre lang kein Grundstück verkauft“, erzählt Dieter Dröse. Er ist seit 1999 ehrenamtlicher Bürgermeister von Caaschwitz. „Erst 2017 gab es wieder Bauanfragen, vor allem von Eltern, die ihre Kinder von auswärts in unseren Kindergarten bringen“, sagt er.

Die erste Frage der Bauherren

Die erste Frage der Bauwilligen war fast immer dieselbe, erinnert sich Dieter Dröse. „Wie ist das mit dem Hochwasserschutz?“ Die Planungen sehen einen Ringdeich nah am Ort vor. Nach jetzigem Stand rechnet die Thüringer Landgesellschaft mit einem Baubeginn frühestens Ende 2021. „Ich sage immer, hundertprozentigen Hochwasserschutz kann es nicht geben“, so der Bürgermeister.

Von Vorteil für die erlebte Nachfrage war nicht nur, dass die Baugebiete in Bad Köstritz voll waren, sondern dass der Bodenrichtwert bei 40 Euro pro Quadratmeter lag. „Die Gemeinde ist damit nicht reich geworden. Etwa die Hälfte der Investitionen für die Erschließung des Wohngebietes haben wir getragen“, schätzt Dröse. „Doch wir haben neue Einwohner gewonnen“. Die aktuellste Einwohnerstatistik für Caaschwitz stammt von Ende 2018, weist 624 Bewohner aus und zählt demnach noch nicht alle Neuen mit. Der Bürgermeister hat durchgezählt. „Heute wohnen im Wohngebiet 125 Erwachsene und 31 Kinder“. Caaschwitzer hätten dort aber nicht gebaut.

Nachfrage war größer als die Bauplätze

Aus Gera, Bad Köstritz, Eisenberg und auch aus Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz kamen Häuslebauer ins Elstertal. Noch acht Bauplätze im Wohngebiet hätte die Gemeinde dieses Jahr verkaufen können. Doch dort ist kein Platz mehr. „Eine Baulücke haben wir noch in der Gartenstraße und die alte Bäckerei ist noch zu haben“, deutet der 63-Jährige auf das kleine, alte Haus schräg gegenüber des Gemeindeamtes.

Freunde von Thomas Danowski und Kristina Schärf gehören zu jenen, die vergeblich in Caaschwitz nachfragten. „Sie bauen jetzt in Silbitz“, erzählt der Bauherr. Sein großes Ziel für diesen Sommer war die Terrasse am Haus, um die Schuleinführung von Tochter Lara zu feiern. Die Sechsjährige lernt inzwischen wie damals ihre Mutti in der Bad Köstritzer Bergschule. Ihr zweijähriger Bruder Max geht in Gera in den Kindergarten, in das Haus des Kindes des Awo Stadtverbandes Gera. Kristina Schärf ist die stellvertretende Leiterin dieser integrativen Kindertageseinrichtung. Ihr Mann arbeitet in Frießnitz und ist bei Gera Möbel verantwortlich für Marketing und Vertrieb.

Wieder in der Nähe einer Kirche angekommen

„Wir fühlen uns in Caaschwitz angekommen und wohl. Die Nachbarn sind nett“, sagt er. „Und wir haben wieder Glocken in unserer Nähe“, meint sie lächelnd. Vom Grundstück aus ist die Caaschwitzer Kirche zu sehen. Zu hören sowieso. „Wir haben immer in der Nähe von Kirchen gewohnt. Ich in Stuttgart und Fulda und wir zusammen in der Talstraße in Gera“, erzählt die junge Mutter. Sogar ihre Adresse nimmt darauf Bezug. Sie wohnen jetzt im Glockenweg.