Aufwendige Dreharbeiten für Leander Haußmanns Stasikomödie in Gera

Gera  Leander Haußmann arbeitet seit zwei Wochen mit einem 60- bis 70-köpfigen Team in Ostthüringen. Das war Montagmorgen vor der Geraer Johanniskirche los.

Der Film, für den gerade in Gera gedreht wird, kommt frühestens 2020 in die Kinos.

Der Film, für den gerade in Gera gedreht wird, kommt frühestens 2020 in die Kinos.

Foto: Ulrike Merkel

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Großes Filmaufgebot an der Geraer Johanniskirche: Mit wuchtigen Scheinwerfern, zwei Möbelliften und mehr als zehn Transportern und LKW rückte Starregisseur Leander Haußmann („Sonnenallee“, „Pubertier“) heute Morgen vor der Geraer Johanniskirche und in der angrenzenden Zabelstraße an. Seit ungefähr zwei Wochen dreht der renommierte Filmemacher mit einer 60- bis 70-köpfigen Crew in Ostthüringen seine neueste Stasikomödie. Die Dreharbeiten liegen in den letzten Zügen und sollen Mitte der Woche abgeschlossen sein. Danach geht es in Berlin weiter.

Aufwendige Dreharbeiten für Leander Haußmanns Stasikomödie in Gera

Für seine Stasiproduktion konnte Leander Haußmann namhafte Schauspieler gewinnen: So gehören laut Internetseite crew-united.com Henry Hübchen, Detlev Buck, Uwe Dag Berlin, Ilka Bessin (Cindy aus Marzahn) sowie Jörg Schüttauf zum Ensemble. Die Hauptrolle soll, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) unlängst schrieb, David Kross spielen.

Filmteam hält sich extrem bedeckt

Der Film handelt von einem jungen Stasimitarbeiter, der die Ost-Berliner Künstlerszene im Prenzlauer Berg bespitzeln soll. Allerdings avanciert er bald selbst zum angesehenen Protagonisten der Szene und verliebt sich obendrein...

Das Filmteam hält sich extrem bedeckt. Es fürchtet zu viele Schaulustige an den öffentlichen Drehorten. Bisher wurde unter anderem im Dachboden des Geraer Rathauses gedreht sowie eine große Stasiparty auf Schloss Crossen. Für diese Massenszene hatte die Filmcrew rund 150 Statisten in der Region gesucht, die „höfische“ Tänze aufführen sollten. In der Johanniskirche soll nun eine Schlägerei aufgenommen werden.

Die vielfach eingesetzten DDR-Fahrzeuge von Trabi über Wartburg, B 1000 und Lada bis hin zur Staatskarosserie wurden von Autofreunden aus Wolfen und Dessau beigesteuert.

„Nach 30 Jahren darf man endlich über die Stasi lachen“

Insgesamt hat sich Leander Haußmann sechs Jahre mit den Vorbereitungen zum Film beschäftigt.

„Ich finde, dass man nach 30 Jahren endlich über die Stasi lachen darf“, sagte er der dpa. „Wir fanden die Leute auch damals lustig. Die sahen scheiße aus, die waren unbeholfen, die gehörten nicht dazu. Die gingen uns auf die Nerven und wir hatten immer das Gefühl, wir tanzten denen gehörig auf der Nase herum. Wir wussten ja nicht, dass wir so infiltriert waren.“

Haußmanns Vater wurde seinerzeit bespitzelt und hatte jahrelang Berufsverbot, auch über den Regisseur gab es eine Akte.

Die Stadt Gera ist dem Filmemacher durchaus ein Begriff, hier war er in den Achtzigern Schauspieler am Theater - genauso wie sein Kollege Uwe Dag Berlin.

Der Film kommt frühestens 2020 in die Kinos.

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