Autofahrer werden zu Versuchsteilnehmern – Testfelder mit gelben Streifen auf A4 eingerichtet

Hermsdorf  Autofahrer auf der A4 in Thüringen werden zu Versuchsteilnehmern, um die optimale Baustellenmarkierung zu finden.

Eines der Testfelder, um die temporäre Fahrbahnmarkierung zu erproben – hier auf Asphalt. 

Eines der Testfelder, um die temporäre Fahrbahnmarkierung zu erproben – hier auf Asphalt. 

Foto: TLBV

Ungewöhnliche gelbe Fahrbahnmarkierungen befinden sich auf zwei Abschnitten der Autobahn 4 in Ostthüringen. Zwischen den Anschlussstellen Stadtroda und Jena-Zentrum sowie zwischen Hermsdorf-Ost und Rüdersdorf sind jeweils 200 Meter lange Felder mit gelben Streifen aufgebracht.

Wir haben beim Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr nachgehakt, was diese zu bedeuten haben. Laut Behördenchef Hans-Karl Rippel erproben dort die Straßenbauverwaltungen Thüringen und Sachsen, welche Folien sich zur Baustellen­markierung am besten eignen. Sie wollen damit die theoretischen Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Beanspruchung und Entfernbarkeit von temporären Fahrbahnmarkierungen“ bei realer Verkehrs­belastung überprüfen.

Jeder Autofahrer kennt die gelben Fahrbahnmarkierungen von Baustellen. Sie heben die vorhandenen weißen Markierungen auf, ohne dass diese entfernt oder abgedeckt werden müssen. Während die weißen Markierungen möglichst lange auf der Fahrbahn liegen sollen, müssen die gelben Markierungen nach Beendigung der baustellenbedingten Verkehrsführung wieder entfernt werden.

Diese rückstandslose Entfernung gelber Markierungsfolien auf Beton- und auch auf Asphaltfahrbahndecken erweise sich in der Praxis häufig als schwierig. Auf der Fahrbahn verbleibende Folienreste könnten zur Irritation der Verkehrsteilnehmer führen oder das Fräsen der Rückstände erforderlich machen, was die Decke schädigen könne, erläutert der Präsident des Landesamtes.

In den Testfeldern auf dem rechten Fahrstreifen sind die gelben Markierungsfolien von drei Herstellern aufgebracht. Die Felder befinden sich in der Nähe einer Dauerzählstelle, um die Zahl der tatsächlichen Radüberrollungen zu erfassen. Regelmäßig finden Messungen statt. Zusätzlich zur Entfernbarkeit bewerten Experten verkehrstechnische Eigenschaften, wie Griffigkeit, Tagessichtbarkeit, Nachtsichtbarkeit bei trockener und feuchter Markierungs­oberfläche. Nach vier Millionen Radüberrollungen werden die Testfelder beseitigt. Kalkuliert ist eine Versuchsdauer von 112 beziehungsweise 130 Tagen.

Laut Landesamt müssen Autofahrer die Geschwindigkeit vorm Überfahren nicht reduzieren. Verkehrsschilder weisen auf die Teststrecke hin.

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