B-Junioren verpassen Regionalliga

Gera  Der JFC blickt auf eine bärenstarke Saison zurück. Ärgerlich, dass in Gera nicht an einem Strang gezogen wird

Olaf Wenzel Jens Lohse

Olaf Wenzel Jens Lohse

Foto: Jens Lohse

Während das neue Spieljahr schon wieder in den Startlöchern steckt, kann der Jugendfußballclub (JFC) Gera auf die erfolgreichste Saison seit der Vereinsgründung 2012 zurückblicken. „Ein Landesmeistertitel bei den B-Junioren, die Landespokalfinalteilnahme der A-Junioren, die Qualifikation der B-Junioren für die Deutsche Futsal-Meisterschaft – all das haben wir geschafft. Das ist schon eine Hausnummer, die sich nur schwer toppen lässt. Das ginge in Gera nur mit gebündelten Kräften“, sagt Olaf Wenzel, Nachwuchsleiter beim JFC Gera, der sich noch etwas darüber ärgert, dass die B-Junioren in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga gegen den 1. FC Neubrandenburg mit 0:3 und 1:1 unterlegen waren. „Da macht sich eindeutig bemerkbar, dass wir in Thüringen keine eingleisigen Verbandsligen haben. Nur so wäre der Nachwuchs aber jedes Wochenende gefordert. Das ist leider nicht der Fall, weshalb die Vertreter des Freistaats in den Relegationsspielen immer wieder schlechte Karten haben. Ich weiß gar nicht genau, wie oft die Nordhäuser A-Junioren schon gescheitert sind“, sagt Olaf Wenzel.

Wieder eine Chance für Geraer Fußball vertan

Erstmals gab es in dieser Saison bei den D-Junioren die Talenteliga, in der die Heinrichsgrüner hinter dem FC Rot-Weiß Erfurt, aber noch vor dem FC Carl Zeiss Jena Platz zwei belegten. „Das ist eine ganz starke Leistung. Sogar die Erfurter haben wir einmal geschlagen, auch gegen Jena zu Hause gewonnen. Da haben Trainer und Mannschaft ganze Arbeit geleistet, auch wenn uns zum Schluss etwas die Luft ausgegangen ist und wir beim in Sachen Modus umstrittenen Finalturnier nur Platz vier belegt haben“, lobt der JFC-Nachwuchsleiter. Doch der Weg der eigenen Talente zu den Nachwuchsleistungszentren ist unaufhaltsam. Nach Richard Rühling gehen in diesem Sommer mit Paul Kampe und Julian Hoyer zwei weitere hoffnungsvolle Kicker des Jahrgangs 2006 den Weg zum FC Carl Zeiss in die Saalestadt.

Auch die A-Junioren hatten viel vor, waren im Winter noch auf Kurs Staffelsieg, ehe gleich fünf Abgänge von Stammkräften zu einem Bruch führten. Leon Stein und Lionel Kirstein wechselten zur BSG Wismut Gera. Drei andere Leistungsträger gingen studien- oder verletzungsbedingt für das Team verloren. Somit konnte sich die Mannschaft des Trainergespanns Frank Schäfer/Ronny Zimmermann nur noch ins Pokalfinale retten, in dem man gegen Wacker Nordhausen mit 1:2 den Kürzeren zog.

Aushängeschild der Saison waren die B-Junioren der Pradella-Zwillinge. In zwei Endspielen um die Thüringen-Meisterschaft rang man den FC Rot-Weiß Erfurt II (2:0, 1:1) nieder, verspielte aber die Regionalliga-Qualifikation. Im März hatte man bereits mit Platz sieben bei der Deutschen Futsal-Meisterschaft in Gevelsberg bei Dortmund aufhorchen lassen. Die C-Junioren der Trainer Dominik Seidel und Michael Herold waren ebenfalls einer Landesmeisterschaftsmedaille nahe, die man als Vierter nur haarscharf verpasste. Als viertes Verbandsliga-Team holte sich der junge D-Junioren-Jahrgang von Cheftrainer Tommy Stawitzki ebenfalls den Staffelsieg gegen die ein Jahr ältere Konkurrenz. Auch auf dem Kleinfeld brauchte man sich nicht zu verstecken. Die E-Junioren wurden Kreismeister im Freien sowie unterm Hallendach. Die F-Junioren setzten sich ebenfalls in ihrer Liga durch. „Insgesamt stand unser Nachwuchs zum Ende der Meisterschaft in den einzelnen Spiel- und Altersklassen neunmal auf Platz eins, dreimal auf dem zweiten und einmal auf dem dritten Rang. Viel besser geht nicht“, so Olaf Wenzel, den dennoch ärgert, dass die Nachhaltigkeit im Geraer Fußball fehlt.

„Würden alle Funktionäre und Vereine an einem Strang ziehen, könnten wir für die Stadt noch viel mehr herausholen. Wir hatten Wismut Gera eine von uns bereits unterschriebene Kooperationsvereinbarung vorgelegt. Doch nach Wochen der Untätigkeit wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen, wodurch wieder eine Chance für den Geraer Fußball verloren ging. So werden weiterhin die Talente auf zwei Nachwuchsvereine verteilt. Ob das Leistungspotenzial in Gera dafür ausreicht, ist mehr als fraglich“, mahnt Olaf Wenzel, der sich ausdrücklich beim Förderverein Kinder- und Jugendfußball für die Unterstützung bedankt, von einem äußerst verlässlichen Partner spricht.

Folge ist, dass weiterhin mehr JFC-Talente in den Geraer Westvororten landen. Der dortige TSV hat es mittlerweile in Spielgemeinschaft mit den Heinrichsgrünern auch aufgrund dieser Kooperation bis in die Männer-Thüringenliga geschafft.

Auch für die nächste Saison ist der JFC Gera gerüstet. Die Vorbereitung hat längst begonnen. Viermal Verbands- und einmal Talenteliga sind besetzt. Die Trainer und ihre Teams haben die Arbeit aufgenommen, damit man auch in der neuen Saison in der einen oder anderen Altersklasse wieder um die Thüringer Meisterschaft mitspielen kann.

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