Berufseinstieg für Schüler in Bad Köstritz leicht gemacht

Bad Köstritz.  Die Bad Köstritzer Hans Settegast Regelschule wurde mit dem Thüringer Berufswahl-Siegel ausgezeichnet. Was steckt hinter der Plakette?

Das Siegel ist noch nicht angebracht. Schülersprecher Erik Haußner (14) hält das Blechschild. Hinter ihm (von links) Schulleiter Maik Poser, Maverick Riese (14), Connor Krejcik (14), Alfred Nickel (15), Leni Hansen (14), Nick Schmeißer (14) und Willi Hesse (15) aus der neunten Klasse.

Das Siegel ist noch nicht angebracht. Schülersprecher Erik Haußner (14) hält das Blechschild. Hinter ihm (von links) Schulleiter Maik Poser, Maverick Riese (14), Connor Krejcik (14), Alfred Nickel (15), Leni Hansen (14), Nick Schmeißer (14) und Willi Hesse (15) aus der neunten Klasse.

Foto: Marvin Reinhart

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Wissen, wohin die Reise geht, ist eine hohe Gabe, selbst für Erwachsene. Umso erstaunlicher ist es, dass die Schüler der Hans-Settegast-Regelschule in Bad Köstritz oft schon einen sehr klaren Plan für ihren beruflichen Werdegang haben, und das bereits in der neunten Klasse. „Ich möchte Erzieherin werden“, sagt Leni Hansen. In der achten Klasse habe sie ein Praktikum im Kindergarten und in der neunten Klasse eines in einem Kinderhort absolviert. „Die schulische Ausbildung zur Erzieherin dauert fünf Jahre. Zwei Jahre Sozialpädagogik, drei Jahre Erzieher“, sagt die 14-Jährige.

Sie ist kein Einzelfall. Alfred Nickel möchte nach der Zehnten eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker machen, Maverick Riese weiß, er möchte Zimmermann werden, Conner Krejcik Automobilfachverkäufer. Allesamt haben sie die Berufsfelder in einschlägigen Praktika erprobt, einige sind bereits mit den Firmen vernetzt. Alles nur Zufall?

Der Schulleiter der Hans-Settegast-Regelschule, Maik Poser, und der 14-jährige Schülersprecher Erik Haußner erläutern den Praxisbezug der Schule. „Wir werden hier an die Berufe herangeführt“, sagt der Schülersprecher.

Fachkräftemangel gibt es überall

Dies beinhalte Projektwochen und Praktika. „Wir haben in der zehnten Klasse ein Praktikum, von der siebten bis zur neunten Klasse gehen wir regelmäßig einmal im Jahr nach Aga in die Handwerkskammer und können schauen, was uns gefällt“, sagt er. Zudem gebe es AGs, zum Beispiel zur Veranstaltungstechnik oder zur Lebensmittelverschwendung, Besuche im Chemiewerk und in der Gießerei sowie Treffen, bei denen die Schüler direkt mit Vertretern aus Industrie und Wirtschaft ins Gespräch kommen können.

„Wir sind mit mittelständischen regionalen Unternehmen gut vernetzt“, sagt Maik Poser und meint unter anderem die Köstritzer Brauerei, das Chemiewerk, aber auch Unternehmen im Saale-Holzland-Kreis. Zudem gebe es gleich vor der Haustür Betriebe, die für ein Praktikum auch schwierige Kinder aufnehmen, sagt er. Die Vernetzung sei eine Win-win-Situation für Schüler und Unternehmen. „Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur die Lehrer, den gibt es ja überall“, so der Schulleiter. Nicht nur deswegen gibt es für Schüler am Ende der neunten Klasse eine Azubi-Börse. „Ein Großteil der Schüler weiß, was sie machen wollen“, sagt Maik Poser. Wir laden dann die dementsprechenden Vertreter ein. „Der Idealfall ist, dass sie in der neunten Klasse auf der Azubi-Börse einen Ansprechpartner finden, in der Zehnten dort das Praktikum machen und danach dort in die Lehre gehen“, so der Schulleiter.

Seit 2009 ist die Regelschule Träger der Auszeichnung „Thüringer Berufswahl-Siegel“ vom Verein Schule-Wirtschaft. Das müsse alle fünf Jahre erneuert werden, zuletzt im Dezember 2019. „Am 18. Dezember war eine Jury mit Vertretern aus der Wirtschaft bei uns zu Gast, es gab Gesprächsrunden mit Schülern und Kollegen und eine Schulhausführung“, sagt Maik Poser. „Den Tag haben wir gut gemeistert.“ Im Freistaat tragen 134 Schulen diese Auszeichnung.

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