Bürgerschaft Gera: Volkshochschule verlässt Pfad der Ausgewogenheit

Gera.  Kritik an abgesagten Kunstkursen in der Bildungseinrichtung.

Schild am Gebäude der Volkshochschule in der Talstraße.

Schild am Gebäude der Volkshochschule in der Talstraße.

Foto: Peter Michaelis

Dass in der Geraer Volkshochschule Einschränkungen im Fach Kunst/Malen/Gestalten/Musik vorgenommen wurden, obwohl die Schule nicht vom Teil-Lockdown betroffen ist, kritisiert die Fraktion Bürgerschaft des Geraer Stadtrates. Leiterin Petra Meyenberg hatte im Interview mit unserer Redaktion erklärt, dass in diesen Kursen „eine häufige Hilfestellung des Dozenten“ das Einhalten des Mindestabstandes nicht garantiere.

„Mit der Entscheidung der Leiterin der VHS, bestimmte Bereiche der Weiterbildung auszugrenzen, wird der Pfad der Ausgewogenheit und Angemessenheit der Maßnahmen, die im Bund und Land definiert wurden, eindeutig verlassen“, erklärt Fraktionschef Ulrich Porst. Corona frage doch nicht, ob es sich um Freizeit oder Weiterbildung in der Einrichtung handele, sondern ob ein vernünftiges Konzept vorliege, um eine Ausbreitung zu verhindern. Porst vermutet, dass es so wohl nicht gelingen werde, „die Bürger für Corona-Einschränkungen zu gewinnen, da dies nicht logisch nachvollziehbar ist“. Er fordert die Rücknahme dieser Entscheidung.

Sozialdezernentin Sandra Wanzar rechtfertigte in der Aktuellen Stunde die Festlegung für die Volkshochschule als eine städtische Einrichtung. „Es gibt eben auch dort Angebote, die nicht unmittelbar ausschließlich der Bildung dienen, sondern eher der Freizeitgestaltung zuzurechnen sind. Dort haben wir klar gesagt, wenn wir von Privaten einen Verzicht verlangen, dann gilt das für uns gleichermaßen. Wir alle sind auch angehalten, nach Möglichkeiten zu suchen, wie sich entsprechend weitere Kontakte vermeiden lassen.“ Man habe sorgsam abgewogen. Die Entscheidung sei begründbar und sachgerecht.