Meine Meinung

Campus-Projekt in Gera: Warten auf die Wiedervereinigung

Gera.  Seit 1991 hat das Goethe-Gymnasium zwei Schulstandorte. Bis es wieder ein einziger ist, werden mehr als 30 Jahre vergangen sein.

Auf 30 Jahre Friedliche Revolution wird dieser Tage zurückblickt, im nächsten Jahr auf 30 Jahre Wiedervereinigung. Es wird nach jetzigem Stand wohl mehr als 30 Jahre dauern, bis in Gera das Goethe-Gymnasium/ Rutheneum seine eigene kleine Wiedervereinigung feiern darf. Seit 1991 auf zwei Schulgebäude verteilt, war zuletzt vom Jahr 2022 die Rede, in der der vereinende Campus am Johannisplatz fertig werden könnte. Das Fragezeichen hinter dieser Zahl auf dem Schild des Schulfördervereins-Vorsitzenden ist angesichts der Zeit, die bis dahin noch ins Land geht, nachvollziehbar.

Nachvollziehbar sind freilich auch die Erklärungen, wo dieser Tage die meiste Zeit liegen bleibt. Wenn aufgrund der Baukonjunktur auf Ausschreibungen keine oder unrealistische Angebote eingehen, wenn dadurch aufeinander aufbauende Arbeiten nicht starten können, kostet das Zeit und Geld. Die Frage, wann, wie und wen man über solche Verzögerungen informiert, steht auf einem anderen Blatt.

Auf der anderen Seite ist es natürlich nicht so, dass auf der Baustelle Däumchen gedreht werden. Ganz im Gegenteil, wie man am Baufortschritt im Herzen Geras täglich beobachten kann. Nachdem nebenan eine nagelneue Geraer Turnhalle nach ihrer Zwischennutzung als Briefwahllokal leider ohne abschließenden öffentlichen „Startschuss“ in Betrieb ging, war das Richtfest am Donnerstag umso wichtiger als ein Signal, dass es voran geht.

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