Geraer Brandopfer denken an ihre Nachbarn

Heimartverein Gera-Dürrenebersdorf erlebt große Resonanz auf seinen Spendenaufruf

Blick auf das rechte Nachbarhaus, in dem das Löschwasser von oben nach unten durchgelaufen ist. 

Blick auf das rechte Nachbarhaus, in dem das Löschwasser von oben nach unten durchgelaufen ist. 

Foto: Sylvia Eigenrauch

Gera. Der Kontostand wächst kontinuierlich. Andreas Gronauer, Vorsitzender des Heimartvereins Gera-Dürrenebersdorf, ist platt, wenn er auf die Zahlen schaut.

Zuletzt checkte er sie am Dienstagnachmittag. Genau 12.317,33 Euro waren da auf dem Konto. Ein Spaßvogel hat 33,33 Euro überwiesen“, erklärt er die unrunde Summe. Seit Sonnabendmittag - der Brand des Wohnhauses in Dürrenebersdorf war gerade gelöscht - existiert der Spendenaufruf.

„Seitdem gab es auch 591 Zugriffe auf unsere Homepage“, sagt der 56-Jährige. „Ich bin mit dem Sohn so verblieben, dass wir als Verein alles erst einmal sammeln“. Denn außer Geldspenden gibt es Angebote zu helfen oder Familie Ruppe Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände zu überlassen. „Doch wo sollen sie das jetzt hinstellen? Eine Möglichkeit ist unser Vereinshaus, doch das ist nicht beheizt“, sagt Andreas Gronauer und bittet um Geduld. Er erzählt, dass beispielsweise die Geraer Firma BKL Haustechnik angeboten habe, beim Wiederaufbau die neue Heizungsanlage samt Arbeitsleistung für die Installation zu stiften.

Am Dienstag möblierte Gästewohnung bezogen

„Meine Eltern funktionieren“, berichtet Sohn Mario Ruppe über anstrengende Tage für die beiden 68-Jährigen. Kripo, Versicherung und unendlich viele andere Termine hätten sie in Atem gehalten. Seit Dienstag haben sie eine möblierte Gästewohnung bezogen. Jetzt geht es darum, ein Zuhause zu finden, das mindestens für ein Jahr genutzt werden kann. Über die Feiertage verlässt das Paar die Stadt, um Weihnachten mit Verwandten zu verbringen.

„Auf jeden Fall haben meine Eltern mitbekommen, wie groß die Bereitschaft ist, ihnen zu helfen. Sie sind unendlich dankbar dafür“, erzählt der Sohn. „Doch wir sorgen uns auch um die Nachbarn. Ich bin jeden Tag draußen. Das angebrannte Haus direkt neben uns sieht schlimmer aus, als man von außen denkt“, sagt Mario Ruppe und erzählt von Löschwasser, das vom Dach bis in den Keller gelaufen ist und von verrußten Innenräumen. Auch gegenüber sind die Rahmen der Kunststofffenster braun geröstet, verzogen und Scheiben geplatzt. „Die Nachbarn sollen von unserer Familie wissen, dass wir sie unterstützen wollen“, sagt er.

Mario Ruppe wollte dem Heimartverein vorschlagen, Spendengeld auch an Nachbarn zu überweisen. „Das gibt der Verwendungszweck nicht her“, sagt Andreas Gronauer, der im Januar das erste Geld gegen Quittung übergeben will. „Doch Ruppes können ja davon abgeben“, meint er.

Das ist jetzt der Plan. „Uns ist ganz wichtig, dass nachvollziehbar wird, wohin das Geld geht. Das ist auch wichtig für die, die freiwillig gespendet haben“, verspricht der 43-jährige Sohn.

Kontakt über die Mailadresse des Heimatvereins: hvgeraduerrenebersdorf@msn.com

Spendenkonto: DE 13 830 500 000 000 126 438, Verwendungszeck: Feuer