Der Zauberwald in Frankenthal kann überleben

Gera-Frankenthal  Für Kindergarten der Volkssolidarität in Frankenthal beginnt das Investieren in den betriebsnotwendigen Brandschutz.

Sobald das Wetter einigermaßen mitspielt geht es ins Freie. Julia, Lennox und Luise spielten gestern im großen Garten der Frankenthaler Kindertagesstätte mit Herbstlaub. Oft geht es auch in den nahegelegenen „Zauberwald“

Sobald das Wetter einigermaßen mitspielt geht es ins Freie. Julia, Lennox und Luise spielten gestern im großen Garten der Frankenthaler Kindertagesstätte mit Herbstlaub. Oft geht es auch in den nahegelegenen „Zauberwald“

Foto: Peter Michaelis

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Der Zuschlag ist erteilt. Mitte November soll das Fundament für die Rettungstreppe gegossen werden. Mit der Außentreppe bekommt der Kindergarten „Am Zauberwald“ in Frankenthal seinen zweiten Fluchtweg. Er ist eine Voraussetzung, um die Brandschutzauflagen für den Weiterbetrieb zu erfüllen.

Auch Brandschutztüren und eine Rettungsrutsche aus dem Untergeschoss nach draußen sind geplant und Arbeiten, die die obere, hölzerne Treppe im Haus und das Dach brandsicher machen sollen. Dann könnte die Platzkapazität von derzeit 33 wieder erhöht werden. Von 53 Kindern spricht Norbert Hein. „Das heißt aber auch, dass der Ortsteilrat hier sein Büro aufgibt“, sagt er. Der Frankenthaler übernimmt als Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Volkssolidarität die Koordinierung der Bauarbeiten.

363.000 Euro Fördermittel hat die Volkssolidarität als Träger der Kindertagesstätte dafür bewilligt bekommen. Das wird nicht reichen. „Wir wissen auf jeden Fall, dass wir eigenes Geld in die Hand nehmen müssen“, sagt Vorstandsvorsitzender Norbert Vornehm. Die selbst gesetzte Obergrenze seien hier 50.000 Euro.

Geplant ist, dass – vorausgesetzt Baufirmen geben Angebote ab, die obendrein wirtschaftlich sind und der Winter wird nicht so hart – bis Mitte März gebaut wird. Dann sind die betriebsnotwendigen Arbeiten erledigt. Darüber hinaus müssen das Dach und die Abwasserleitung saniert werden. Auch die Fassade wartet auf eine Überholung.

Heute kommen sechs der in Frankenthal betreuten Kinder aus den Westvororten, alle andere wohnen anderswo in Gera. Das Individuelle begeistert die Eltern, sagt Leiterin Sandra Walter, das kleine. Das macht die Einrichtung zugleich zum Subventionsobjekt für den Verband. „Bei den großen Einrichtungen kommen wir gut hin. Bei den kleinen zahlen wir drauf“, sagt Norbert Vornehm.

„Ohne unser Öffentlichmachen wäre der Plan der Schließung einfach durchgegangen“, sagt Erik Buchholz, der Ortsteilbürgermeister der Westvororte. „Wir sind herzlich froh“, sagt er, zumal im September noch einmal die Delegiertenversammlung der Volkssolidarität entscheiden sollte. Was dann aber doch nicht geschah.

Aus dem Ringen um den Erhalt des Kindergartens gewann der Ortseilrat einen neuen Mitstreiter. „Christian Tischendorf, einer der aktivsten hat sich aufstellen lassen und wurde im Mai gewählt“, so Buchholz.

Meine Meinung:

Darum geht´s

Zum Elternabend am 12. Februar 2019 kündigte die Volkssolidarität zum zweiten Mal nach 2016 eine Schließung des Kindergartens an. Am 20. Februar erlebten 50 Eltern die Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Dort hatte der Vorstandsvorsitzende Norbert Vornehm von 1,2 Millionen Euro für eine Komplettsanierung gesprochen und erklärt: „Der schwarze Peter liegt nicht bei der Volkssolidarität, sondern bei demjenigen, der die Auflagen erteilt“. Die Kapazität beträgt 33 Plätze. Ein Gruppenraum ist ungenutzt, weil bislang der zweite Rettungsweg fehlt.

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