Die Weiße Elster mäandern lassen

Gera/Crossen.  Arbeitskreis Hallesche Auenwälder informiert sich zu Plänen des Hochwasserschutzes.

Zur Fahrradexkursion entlang der Weißen Elster ist Start am Geraer Hauptbahnhof. Von links: Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft, Isabell Schneider, Peter Richter und Vorsitzender Andreas Liste - alle vom AHA, der Geraer Harry Bück und Tilo Wetzel von den NaturFreunden Gera. 

Zur Fahrradexkursion entlang der Weißen Elster ist Start am Geraer Hauptbahnhof. Von links: Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft, Isabell Schneider, Peter Richter und Vorsitzender Andreas Liste - alle vom AHA, der Geraer Harry Bück und Tilo Wetzel von den NaturFreunden Gera. 

Foto: Sylvia Eigenrauch

„Wir können das Wasser nicht an den Nächsten weiterschaufeln, wir müssen Freiräume in der Landschaft schaffen“, sagt Andreas Liste von der Leipziger Regionalgruppe des Arbeitskreises Hallesche Auenwälder (AHA), und erinnert an das Hochwasser 2013, bei dem deutlich wurde, in welche Flächen das Elsterwasser auswich.

Am Sonnabend hatte er erneut zu eine Fahrradexkursion entlang der Weißen Elster zwischen Gera und Zeitz eingeladen. Zwei Geraer schlossen sich an und Christian Herold von der Thüringer Landgesellschaft, die im Auftrag des Freistaates den Hochwasserschutz nördlich der Geraer Cubabrücke bis zur Landesgrenze plant, radelte mit. Er informierte über aktuelle Planungsstufen.

Zum Planfeststellungsverfahren seien zeitgleich bei der Oberen Wasserbehörde alle Abschnitte nördlich der Brücke in der Bad Köstritzer Ortslage eingereicht worden. Bis zur Köstritzer Bahnbrücke soll die Elster wieder mäandern dürfen, auch in Caaschwitz soll dafür der Leitdeich, der jetzt quer über den Acker verläuft, als Ringdeich ums Dorf gebaut werden, zwischen Silbitz und Tauchlitz geht es um den Schutz von Silbitz Guss und des Gewerbegebietes Rautenanger und zwischen der Raudamündung und Ahlendorf bildet das Crossener Wehr den Schwerpunkt, das bislang von Fischen „nicht wanderbar“ sei, wie Herold sagt. „Dort stellen sich Flächeneigentümer quer, deshalb suchen wir jetzt nach einer Lösung im Gewässer.“

Hochwasserräume zurückgeben, Altverläufe der zuletzt stark verkürzten Elster wo möglich wiederherstellen, Flächen entsiegeln und nicht zuletzt die Fruchtfolge in der Landwirtschaft für lockere Böden und damit mehr Wasseraufnahme wieder einführen, darin sieht Andreas Liste einen echten Beitrag zum Hochwasserschutz. „Thüringen ist da schon auf einem guten Weg. Sachsen-Anhalt und Sachsen halten stur an Deichen fest“, erklärte er.

„Die Landgesellschaft versucht Konsens in den Regionen zu erzielen, mit wie viel Ruhe sie das tut, bewundere ich“, sagte Tilo Wetzel von den Geraer NaturFreunden, der darüber informierte, dass die Weiße Elster nicht nur 2020/21, sondern nun auch 2022 den Titel Flusslandschaft des Jahres tragen dürfe.

Nach der Tour, die nur die drei AHA-Mitglieder durchnässt bis Zeitz radelten, kritisierte Andreas Liste, dass Landes-, Regional- und Kommunalplanung nicht abgestimmt seien. So hätte ihn verwundert, dass in Gera die Fasaneninsel sowie die Brahmemündung bebaut werden sollen.