Die Zwötzener Kirche wird für den guten Zweck gerockt

Gera-Zwötzen  Die Sankt-Martini-Kirche mit ihrer tollen Akustik bildet die Kulisse für das 10. „Rock the Church“, diesmal mit sechs Bands an zwei Abenden

Zum zehnten Mal findet in der Kirche Zwötzen das Benefizkonzert „Rock the Church“ statt. Tobias Schubert (links) vom Orga-Team und der ordinierte Gemeindepädagoge Michael Keßler vor der Martini-Kirche.

Zum zehnten Mal findet in der Kirche Zwötzen das Benefizkonzert „Rock the Church“ statt. Tobias Schubert (links) vom Orga-Team und der ordinierte Gemeindepädagoge Michael Keßler vor der Martini-Kirche.

Foto: Marcel Hilbert

Verstärkte Gitarren, wummernder Bass, treibendes Schlagzeug – und das alles in der einzigartigen Akustik einer Kirche. „Es ist nur zum Teil meine Musik“, sagt Michael Keßler und schmunzelt: „Einiges gefällt mir sehr gut, anderes ertrage ich.“ Wichtig ist, dass die Musik beim Publikum gut ankommt, meint der ordinierte Gemeindepädagoge der Sankt-Martini-Kirche in Zwötzen. Die ist am Wochenende wieder ungewohnte Konzerthalle für „Rock the Church“.

Alle Erlöse als Spenden an drei Empfänger

Zum zehnten Mal rocken Bands aus der näheren und weiteren Umgebung die Kirche für den guten Zweck, diesmal sogar an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, wie Tobias Schubert vom vierköpfigen Orga-Team erklärt: „Erstmalig und zunächst auch einmalig, zur Feier des runden Geburtstags.“ Zusammen mit Wolfgang Hesse, Aaron Grasemann und Denise Schubert hält er seit Mitte der 2000er-Jahre die Idee hoch, die einst aus der Reihe „Junge Gemeinde trifft Junge Gemeinde“ zur Kontaktpflege und Vernetzung des christlichen Nachwuchses in der Stadt entstanden ist. Daraus entwickelte sich eine offenes, gemeinnütziges Rockkonzert vor kirchlicher Kulisse, bei dem weder die Bands noch das Publikum einen kirchlichen Hintergrund haben müssen. „Wir nutzen die Kirche in erster Linie als Lokalität, weil der Sound so toll ist“, sagt Schubert. „Ich vertraue ihnen“, meint Michael Keßler auf die Frage, ob er als Hausherr bei der Musikauswahl eingreifen muss. „Klar, es sollte nicht gegen die Pietät verstoßen, gegen kritische Texte ist aber nichts einzuwenden. Musik ist ja auch Diskussion.“ Ganz von den Ursprüngen haben sich die Konzertmacher freilich nicht losgesagt. Zum einen gehören sie zum Teil zur Gemeinde, zum anderen wollen sie der Gemeinde auch etwas geben: Einen Kultur-Höhepunkt zum einen, ein Drittel der Erlöse für den Erhalt des Kirchendachs zum anderen. Ein Drittel der Erlöse geht zudem an den Senioren-Besuchsdienst „Sempers-Engel“, sagt Tobias Schubert, die dritte Spende ans Tierheim der Stadt Greiz, in der er als Lokalredakteur arbeitet. „Die Einnahmen wollen wir zu 100 Prozent spenden“, sagt er und dankt in dem Zusammenhang dem Druckhaus Gera und der Greizer Brauerei, die das „Rock the Church“ sehr unterstützt haben. Auch dem Geraer Jugendhaus Shalom gelte der Dank der Veranstalter, da dieses die gesamte Technik stelle. „Ohne diese Unterstützung, auch durch die Bands, die für den guten Zweck auftreten, gebe es das Konzert in der Form nicht.“

Natürlich hofft man an beiden Abenden mit jeweils drei Bands auf ein volles (Gottes-)Haus. „Wir haben ein Publikum, das so nicht zu erwarten wäre, vom Alter her sehr bunt durchmischt, das sich auf die Musik einlässt“, sagt er. Auch Michael Keßler wird darunter sein. „Ich komme ja aus der Jugendarbeit und finde es gut, dass die jungen Leute hier etwas machen und über die Jahre durchhalten“, sagt er. Ob es auch Bands gab oder gibt, die im Stile klassischer Rockmusik die Orgel mit einbinden? Prinzipiell ausgeschlossen ist das nicht, gibt Keßler zu verstehen: „Das gab es bislang aber noch nicht und ist auch dieses Mal nicht geplant.“

Gerockt wird die Kirche am Freitag, 13. September, und Sonnabend, 14. September, jeweils ab 20 Uhr, Einlass ist jeweils 19 Uhr.

Den Freitag bestreiten die Musiker der Greizer Band „InSchwarz“ mit ihrer Mischung Punk und Deutschrock, „Kimkoi“ aus Mühlhausen mit Akustik-Set und die „Blue Boys“ aus Gera mit bekannten Rock- und Popsongs. Am Sonnabend treten der aus der Geraer Band „Pure Accident“ bekannte Raphael Schwertdfeger mit Soloprogramm, die Leipziger „Re.Mind“ mit elektronischen Klängen im Geiste von Depeche Mode und die „Fuchstal-Chaoten“ mit ihrem Gundermann-Programm auf. „Wir bitten am Eingang um eine Spende von acht Euro pro Abend oder 14 Euro für beide Abende“, sagt Tobias Schubert. Geld, das in die erwähnten Projekte fließt und für das zwei musikalische Abende vor einzigartiger Kulisse warten.

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