Ein Schultag in Gera rund um den Drahtesel

Gera  2. Fahrradtag der Geraer Schulen am Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium erlebt große Resonanz. Doch die Schule ist nur bedingt radfahrtauglich

Ankunft der Radgruppe von der Regelschule Otto Dix im Liebegymnasium in der Trebnitzer Straße. Dort wurde der 2. Fahrradtag der Geraer Schulen ausgerichtet.

Ankunft der Radgruppe von der Regelschule Otto Dix im Liebegymnasium in der Trebnitzer Straße. Dort wurde der 2. Fahrradtag der Geraer Schulen ausgerichtet.

Foto: Reinhard Schulze

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Gestern war ideales Wetter zum Fahrradfahren und warum nicht auch zur Schule? Radfahren – das kann doch jeder, mag man denken. Radfahren macht grundsätzlich Spaß. Aber zur Schule? Viel zu gefährlich, heißt es oft.

Dass es möglich ist, bewiesen, wie schon im Vorjahr an der Regelschule „Otto Dix“, diesmal 120 Schülerinnen und Schüler vom Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium, die mit ihren Fahrrädern zum Fahrradtag kamen, der diesmal in der Trebnitzer Straße ausgerichtet wurde.

Organisiert vom SSV Gera 1990 gemeinsam mit dem Liebegymnasium, dem Schulamt Ostthüringen, unterstützt von der Sparkasse Gera-Greiz, der Radwelt Gera, den Maltesern, der AOK Plus, der Verkehrswacht Gera und weiteren Förderern, fand der 2. Fahrradtag der Geraer Schulen statt.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos), der sich davon überzeugen konnte, dass alle sicher mit ihrem Rad den Weg zur Schule gefunden hatte. „Ich wünsche mir, dass das, was ihr heute alles erfahrt und lernt dazu beiträgt, dass nicht nur heute Fahrradtag ist, sondern auch morgen und an den anderen Tagen“, so der Rathauschef. Und weiter: Radfahren zur Schule sei hilfreich, um sich frühzeitig gut im Straßenverkehr zurechtzufinden und es trägt zugleich dem Umweltgedanken Rechnung. Worte, die Christian Magiera als Vertreter des Thüringer Radsport-Verbandes nur unterstreichen konnte.

Als Vorbild wirkte gestern Sportlehrer Thomas Schmohl, der als Schulsportkoordinator beim Schulamt Ostthüringen als erster mit seinem Rad vor dem Gymnasium vorfuhr. Ron aus der 7/1 kommt in der Regel mit der Straßenbahn zur Schule, doch diesmal scheute er die lange Strecke von Zwötzen bis in die Trebnitzer Straße nicht.

Geplant war die Zweitauflage ursprünglich an der Debschwitzer Regelschule. Sie habe aber wegen der Sanierung in der Wiesestraße absagen müssen. So konnte kurzfristig das Liebegymnasium für die Austragung des 2. Fahrradtags gewonnen werden.

Schulleiter Ralf Zöller danach gefragt, ob ihm die Entscheidung für die Ausrichtung schwergefallen war, sagte er: „Ganz und gar nicht. Wir sind eine sportliche Schule und bei so einem Schulsportkoordinator vor Ort wie Thomas Schmohl, musste ich nicht lange überlegen.“

An sechs Stationen konnten die Fünft- und Sechstklässler ihr Können mit dem Fahrrad testen und Wissenswertes erfahren und auffrischen. Jahn Hendrik und Elias aus der 6/2 gaben beim Ergometertest ihr Bestes und schafften in der Minute 790 Meter beziehungsweise 670 Meter. Wichtiges über Erste Hilfe bei Fahrradunfällen erfuhren die Teilnehmer an der Station der Malteser. Stabile Seitenlage – Julian aus der 6/2 zeigte seiner Mitschülerin Emma, wie es richtig gemacht wird.

Reifenwechsel leicht gemacht, dazu gab es Hinweise an der Station der Radwelt Gera. Und dann ein echter Fall, als die Kette bei Marius vom Ritzel sprang. „Alles kein Problem“, meinten die Fachleute.

„Es ging so“, meint Felix aus der 6/2, nachdem er mit dem BMX-Rad den Fahrradparcours hinter sich gebracht hatte.

Wie man den Weg mit dem Rad zur Schule findet, zeigte Thomas Schmohl an der Station der Verkehrswacht Gera e.V. Leider nicht ganz einfach und mit so mancher Schwachstelle. Doch wie die Schüler im Gespräch zeigten, kennen sie sich mit den Vorschriften schon gut aus und wissen, wie man sich auch in komplizierten Situationen zu verhalten hat. Als Fazit bleibt aber leider: Die Schule ist nur bedingt radfahrtauglich.

Dirk Reinhold von der Verkehrswacht machte die Probe aufs Exempel. So galt es von den Schülern einen Fragebogen zu bearbeiten, darunter auch mit Fragen die ansonsten Fahrschülern bei der Prüfung beantworten müssen. An der Station der AOK Plus wurde Seilspringen geübt und beim Wissensquiz Fragen zur gesunden Ernährung beantwortet.

Die Anfahrt mit dem Fahrrad wurde dann in der großen Pause bei der Tombola belohnt, wo es tolle und hochwertige Preise zu gewinnen gab. Richard Alfred aus der 5/1 hatte die Losnummer 007 gezogen und konnte sich über einen neuen Helm freuen. „Ich habe zwar einen, doch kann immer wieder was Neues gebrauchen“, sagt er. Radfahren sei für ihn eine coole Sache, nur nach dem Fußball tun ihm die Beine weh und da ist Radfahren dann nicht so cool.

Zur Erfrischung gab es dann noch eine köstliche Portion Eis von Fräulein Claras Eis aus Untermhaus.

Bereits zu Beginn übergab eine radfahrende Schülergruppe von der Dix-Regelschule an Ralf Zöller eine Luftpumpe als Staffelstab. Sie soll dann 2020 an die ausrichtende Schule des 3. Radfahrtages der Geraer Schulen weitergereicht werden.

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