Eine Klangwelt der Hoffnung in Braunichswalde

Braunichswalde  Die Bläsergruppe der Adventgemeinde Braunichswalde feiert 60+1 Jahre

Die Bläsergruppe der Adventgemeinde Braunichswalde hat am Sonnabend mit Gästen gefeiert. Bläserleiter Heiko Barth aus Reust (erste Reihe, zweiter von links) freute sich sehr über das Bläser­jubiläum in Braunichswalde. Mehr als 40 Instrumentalisten gestalteten das Jubiläumskonzert. Foto: Andreas Erben

Die Bläsergruppe der Adventgemeinde Braunichswalde hat am Sonnabend mit Gästen gefeiert. Bläserleiter Heiko Barth aus Reust (erste Reihe, zweiter von links) freute sich sehr über das Bläser­jubiläum in Braunichswalde. Mehr als 40 Instrumentalisten gestalteten das Jubiläumskonzert. Foto: Andreas Erben

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Das Wetter meinte es mehr als gut am Sonnabendnachmittag mit den etwa 200 Gästen, die in den großen Braunichswalder Saal gekommen waren. Anlass war ein etwas ungewöhnliches Jubiläum: 60+1 Jahre Bläserchor Braunichswalde der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weil sie 2018 bei einem großen Gottesdienst in der Dresdener Kreuzkirche im Einsatz waren, hatten die Bläser ihr Fest um ein Jahr verschoben. 1957/58 hatte sich eine Bläsergruppe gebildet. „Hättet ihr gedacht, dass ihr eine Tradition begründet habt, die so lange gehalten hat?“, fragte der Festredner Pastor Gerhard Peters aus Berlin die anwesenden Bläserpioniere von damals.

Heiko Barth aus Reust leitet seit 2008 die Gruppe

„Die wenigsten Dörfer haben einen Posaunenchor“, meint Jörg Linke, der sich um die befreundete Bläsergruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Linda kümmert. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie dadurch die Gemeinschaft gefördert wird. Denn „alle Situationen des Lebens, wo Musik gebraucht wird“ sind Anlässe, erzählt Dirk Leithold aus Langenreinsdorf.

Der Vorteil der Bläser ist, dass sie ganz ohne Strom auskommen. Überall können sie auftreten und sich Gehör verschaffen – zum Beispiel bei Geburts­tagen, Hochzeiten, Taufen, Jubiläen, Beerdigungen, in Pflegeheimen oder auf Weihnachtsmärkten. Bläser sind gefragt, wo Menschen sich treffen – und sie bringen Menschen zusammen.

Lange Zeit hatte Johannes ­Örtel aus Braunichswalde die Gruppe geleitet. 2008 übernahm Heiko Barth aus Reust diese Aufgabe. Mit links ist das aber nicht zu machen. „Du hast echt Tage“, erzählt er, „wo nichts geht mit den Bläsern, wo du ­Lieder hast, die können wir nicht spielen, die sind zu schwer.“ Gerade dann sei es nötig, sagt er, dass man die anderen ermutigt und selber nicht den Mut verliert. In der Nachwuchsarbeit wird er von Claudia Schmiedel aus Ronneburg unterstützt. Sie hat in den vergangenen Jahren etwa zehn neue Bläser unterrichtet. „Theoretisch kann jeder lernen, aber das Interesse muss da sein“, erzählt sie.

Der neunzehnjährige Boas Schilling aus Ronneburg, der auch bei ihr in die Schule gegangen ist, bläst seit sieben Jahren das Flügelhorn. Er kommt gern zu den Übungsstunden, denn „Zusammenspiel, das klingt einfach besser, einmalig“.

Davon konnten sich auch die Zuhörer beim Jubiläumskonzert überzeugen. Musik von Klassik bis Pop wurde unter der Leitung des Landeskirchenmusikers der Freikirche, Kantor Wilfried Scheel, vorgetragen, der seit 33 Jahren mit der Bläsergruppe vertraut ist. Die 15 Mitglieder der Braunichswalder Bläsergruppe wurden dabei teilweise lautstark von 27 Bläsern aus der näheren und weiteren Umgebung unterstützt. Dass das kleine Braunichswalde zu diesem Anlass so viele Musiker aus ganz Mitteldeutschland angezogen hatte, freute auch Bürgermeister Heinz Klügel. Das Festkonzert auf dem großen Saal war für Anke Oswald ein Zeichen dafür, „dass Braunichswalde so eine lebendige Gemeinde hat.“

Nachdem sich die Bläser­gruppe der Adventgemeinde mehr als 40 Jahre lang zu ihren Übungsstunden im Vierseitenhof von Familie Örtel getroffen hatte, sind nun Claudia und Siegbert Schmiedel in Ronneburg und Familie Leithold in Langenreinsdorf regelmäßig Gastgeber. „Wir machen das gern, das ist ein Ausgleich zum Alltag“, erzählt Viola Leithold. Wenn durch aus­dauerndes Üben beim gemeinschaftlichen Blasen der kraft­volle Zusammenklang entsteht, dann ist das etwas, was Pastor Gerhard Peters „eine Klangwelt der Hoffnung“ nennen würde.

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