Empfang der SPD Gera: Mehr Respekt für politisches Ehrenamt

Gera.  Beim Jahresempfang der Geraer SPD wird auch auf das 30-jährige Bestehen der Partei in der Stadt zurückgeschaut.

Elisabeth Kaiser und Klara Geywitz ehren stellvertretend für 30-jährige Parteimitgliedschaft Mario Potyka, Jürgen Turetschek Holger Pietzsch und Uwe Düsedau (von links)

Elisabeth Kaiser und Klara Geywitz ehren stellvertretend für 30-jährige Parteimitgliedschaft Mario Potyka, Jürgen Turetschek Holger Pietzsch und Uwe Düsedau (von links)

Foto: Marcel Hilbert

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Der Jahresempfang der Geraer SPD am Montag im Alten Wannenbad des Kulturzentrums „Häselburg“ stand im Zeichen ihres 30-jährigen Bestehens. Mit rund 100 Gästen wurde auf die Anfänge der Geraer Sozialdemokraten in der Wendezeit zurückgeblickt.

Eigentlich sogar noch ein Jahr eher, 1989, ging es im Wema-Kulturhaus mit der Gründung der SDP los, erinnerte Kreisvorsitzende Elisabeth Kaiser. Mit Tilo Wetzel sitzt das erste Mitglied von damals heute wieder im Stadtrat. Man habe damals durchaus damit gerechnet, dafür ins Gefängnis zu gehen, so Wetzel. Ihm und weiteren Mitstreitern, die seit 30 Jahren der Geraer SPD treu geblieben sind, dankte Elisabeth Kaiser mit der stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Klara Geywitz dafür, dass sie in einer „wilden Zeit“ über sich selbst und ihre Familie hinaus gedacht und sich für die Gesellschaft engagiert haben.

„Es ist eine kurze Spanne, in der wir in Demokratie leben und es geht heute wieder ums Ganze“, sagte SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee, der unter anderem eine Stärkung des Ehrenamtes anmahnte. Klara Geywitz warb für mehr Respekt gegenüber ehrenamtlichen Politikern. Wie bei Feuerwehr, THW oder in Vereinen verdienten sie Dank und Anerkennung. Stattdessen würden sie immer häufiger zum „Mülleimer für alles“. Darauf hebt auch Tilo Wetzel ab: „Wären wir 1989 mit soviel Missachtung aufeinander losgegangen, wie sie heute teilweise herrscht, es wäre sicher nicht friedlich geblieben.“

Nicht ganz dazu passen wollte die Rede des haushaltpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs. Der teilte zwar auch gegen Linke und Grüne aus, vor allem aber scharf gegen die AfD, die er am liebsten verboten sähe.

Kahrs hatte zuvor mit Elisabeth Kaiser in Gera die Puppenbühne besucht. Für deren Sanierung, sagte sie, waren Bundesmittel über ein Sonderprogramm der Städtebauförderung beantragt, aber nicht bewilligt worden. Nun sei das Programm verlängert worden und bisher nicht bedachte Projekte würden nochmals geprüft. Sie könne nichts versprechen, sagte Kaiser, aber es schade sicher nichts, wenn der Haushaltspolitiker der Partei das Vorhaben kenne, über das es zu entscheiden gilt.

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