Erntetreff in Gera: Vom roten Herbstkalvill bis zum Hexenröhrling

Gera.  Die kleiner Version des traditionellen Erntefestes im Botanischen Garten Gera findet guten Zuspruch.

Am Stand der Pilzfreunde wurden nicht nur übliche und seltene Exemplare ausgestellt, sondern auch mitgebrachte Pilze bestimmt.

Am Stand der Pilzfreunde wurden nicht nur übliche und seltene Exemplare ausgestellt, sondern auch mitgebrachte Pilze bestimmt.

Foto: Marcel Hilbert

Was sich hinter einem netzstieligen Hexenröhrling verbirgt, das können womöglich auch jene erraten, die sonst nicht viel mit Pilzen am Hut haben. Doch wie sieht es aus mit dem roten Herbstkalvill? „Das ist eine sehr alte Apfelsorte, saftig, mit einem tollen Aroma“, erklärt Gerald Ripka: „Aber er ist auch krankheitsanfällig für alles, was Apfelbäume so befallen kann, eine Liebhabersorte.“

Ripka ist seit 30 Jahren Gärtner des Botanischen Gartens in Gera – und Obst auch privat eine seiner Leidenschaften. Am Sonnabend konnte er zum „Erntetreff“ an seinem Arbeitsort wieder beides verbinden.

An der Obstausstellung mit Dutzenden alten und neuen Sorten stand der Fachmann für allerlei Fragen zur Verfügung. Es war eine Station der coronabedingt etwas abgespeckten Version des traditionellen Erntefestes im Botanischen Garten, veranstaltet vom Museum für Naturkunde und der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften Gera.

Gleich nebenan hatten die Pilzfreunde um den Pilzsachverständigen Bodo Wagner ihre Ausstellung aufgebaut. Neben teils besonders eindrucksvollen Exemplaren bekannter Sorten wurden auch Raritäten gezeigt. So waren beispielsweise der Riesen-Bovist oder der schuppige Stielporling echte Blickfänge, die Regina Franke zur Ausstellung beisteuerte.

„Die vergangenen 14 Tage gab es eine Steinpilz-Welle, allerdings mehr im Bereich der Plothener Teiche, wo es feuchter war“, sagte Bodo Wagner: „In Gera hat es zuletzt ja wieder weniger geregnet.“

Er und seine Mitstreiter zeigten aber nicht nur ihre Funde, sondern halfen auch beim Bestimmen und erklärten, wie man einzelne teils zum Verwechseln ähnliche Sorten auseinanderhalten kann.

An einem weiteren Stand gab Ariane Viller Tipps und Infos zu Obstbaumkrankheiten und Obstbaumschnitt. Sozusagen die Vorarbeit zu einer möglichst reichen Ernte, sagt Gerald Ripka, während am Marmeladen- und Geleestand die Schritte nach der Ernte veranschaulicht wurden.

Musikalisch untermalt wurde der Erntetreff von „Drehorgel-Klaus“ Klaus Winkler, der sich freut, dass wieder Auftritte möglich sind. Und der trotz spätsommerlich-sonniger Stunden am Samstag parallel auch schon wieder an den Winter und seine Weihnachtsmannvermittlung denkt, wie er verrät.